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Jobsuche in Sydney

Mittlerweile ist schon eine ganze Woche vergangen und ich hab mich jetzt einigermaßen ans Hostelleben gewöhnt. Schlafe in einem der günstigsten Hostel (Tip einer Arbeitskollegin) weil ich mir die anderen einfach nicht leisten kann. In Rainbow habe ich 100$ für ein eigenes Zimmer gezahlt und hier 160$ für 8 Bett Zimmer. Hostel ist zwar soweit in Ordnung, aber am Anfang habe ich mich nicht so richtig wohlgefühlt…

Ist schon einiges kaputt und 1 von 3 Duschen fürs Stockwerk funktioniert nicht. Toilettenpapier ist manchmal auch aus und in der Küche gibt es ein Schneidebrett für 176 Leute 🙂 Ist sowieso echt schlecht ausgestattet. Einer von drei Herden funktioniert auch nicht. Küche ist auch ziemlich klein und zu bestimmten Zeiten überlaufen. Ich habe jetzt doch noch einen Aufenthaltsraum gefunden, der aber ziemlich klein ist.

An Leuten habe ich bis jetzt eigentlich nur die aus meinem Zimmer kennengelernt. Überhaupt ist der Altersdurchschnitt doch sehr niedrig. 20 Jahre ungefähr, grade Abi und mit diesen habe ich nicht unbedingt viel gemeinsam. Und es gibt hier echt zu viel Deutsche… Nicht grade günstig um sein Englisch zu verbessern. Daher waren 3 Monate Rainbow Beach gar nicht schlecht. Die drei Deutschen Mädels in meinem Zimmer waren auch relativ rücksichtslos. Haben sich mit ihren Freunden noch bis nach Mitternacht bei voller Beleutung und Lautstärke unterhalten. Egal, dass andere Leute schlafen wollten…

Ein Glück sind die nach 2 Tagen wieder weggewesen. Danach sind dann super nette Leute eingezogen. Ein tschechisches Pärchen, das aus einem anderen Zimmer kam (hat dort gestunken), zwei Schweden (haben von Bettwanzen im Nebenzimmer berichtet, aber ich hab noch keine) und ein italienisches Pärchen. Jetzt sind wieder zwei deutsche Mädels im Zimmer aber um die 25 und ruhig und sehr nett. Altersschnitt ist also um 27 im Zimmer und zur Zeit ist es super nett.
Lustig wird es, wenn die Italienischkenntnisse ausgepackt werden 🙂 Oder die Schimpfwörter in den anderen Sprachen beigebracht werden. Nachdem ich ursprünglich nen anderes Hostel suchen wollte, auch wegen Arbeit gegen Unterkunft, habe ich mich entschieden erstmal hierzubleiben. Ist halt bezahlbar… und ich weiß noch nicht genau, wie ich arbeiten muss/kann. Wird evtl. schwierig mit „work for accommodation“. Sind meist so 10h die Woche und muss sie auch unterbringen. (Aber keine Sorge Christiane! Wenn du kommst, buche ich ein anderes Hostel. Will dich ja nicht gleich wieder vergraulen ;-))

Mit der Jobsuche habe ich dann den Tag nach der Ankunft angefangen. War allerdings nen riesen Spaß, nen Kopierer ausfindig zu machen. Sollte man ja meinen, in einer großen Stadt gibt es schnell ne Möglichkeit dazu. In einem Shoppingcenter oder nem Kaufhaus, aber nein! Bin ne Stunde durchs Stadtzentrum gelaufen und von einem zum nächsten geschickt worden und nirgends ein Copyshop. Bis ich dann nach Kings Cross in ein Internetcafe bin. Soll mal einer wissen. War bei drei Nursingagencies. Eine wollte, daß ich mich registriere und dann wieder komme (zu viel Aufwand und ich confused), zweite war voll besetzt und suchte niemanden, hat aber den Lebenslauf behalten und die dritte hat den Lebenslauf genommen und gesagt, sie melden sich (bis jetzt noch nicht). War der ganze Tag rum und ich ein wenig ernüchtert. Hab alles an Unterlagen mitgeschleppt aber umsonst…
Wochenende stand dann vor der Tür und ich hatte mir ne kleine Erkältung eingefangen. Also hab ich Wochenende nicht so viel gemacht. Ein wenig rumgelaufen…

Montag habe ich dann aber noch eine andere Agentur aufgesucht und nur meinen Lebenslauf mitgenommen. Die anderen haben ja nur den haben wollen. Aber ich kam rein und die waren auf Anhieb total nett. Und glück hatte ich auch, weil die grade jemanden für ambulante Krankenpflege suchten. Also gleich Formulare ausgefüllt und ich hatte gar nicht damit gerechnet! Bin also heute nochmal für den Rest der Unterlagen da gewesen. Muss nächste Woche dann noch zu nem Arzt der meine Impfungen checkt. Meine Hausärztin hätte mich doch noch vorher Impfen sollen… die hat gesagt das reicht wenn ich wieder komme…

Alles in allem jede Menge Papierkram (mehr als beim Kellnern) und wenn nächste Woche das Führungszeugnis da ist, kann es hoffentlich losgehen! Bekomme ca 23$ die Stunde und mehr am Wochenende. Schichten sollen bei dem Klienten wo ich hin soll um die 6std sein. Sollte also was verdienen können. Ich hätte gleich nach Neujahr nach Sydney gehen solllen. Die Vorbereitungen kosten echt viel Zeit… Und bald will ich ja reisen! Die Zeit vergeht unglaublich schnell. Wenigstens habe ich jetzt einen Job!!

Jobhunting in Australien

Die vierte Woche in Rainbow Beach ist angebrochen (unglaublich, dass ich mal so lange hier bleiben würde) und ich brauche echt einen Job. Obwohl ich hier ja günstig wohnen kann ($100/Woche), kosten dafür Lebensmittel unglaublich viel Geld und die Gemüse/Obstqualität ist teilweise miserabel! (Vielleicht ein Grund, warum ich noch nicht zugenommen habe 🙂 Kein Geld um Essen zu kaufen und man kann hier auch einfach nicht alles kaufen, weil das Gemüse/Obst so alt/teuer ist. Im Cafe essen ist auch zu teuer.) Mir kommt es vor, als wenn mir das Geld nur so davon fließt.
Außerdem war die letzte Woche ein wenig langweilig. Alles, was hier Spaß macht kostet auch Geld. Also bleiben nicht so viele Beschäftigungsmöglichkeiten. Also ist Jobhunting angesagt!
Corinna hatte mir ja ein paar Tage vorher im Shak Cafe ein Vorstellungsgespräch besorgt mit evtl. Probearbeiten. So dachten wir jedenfalls beide. Nun war ich aufgeregt und bin letzte Woche dahin gegangen. Aber die wollte nur meine Nummer haben! Sie ruft mich evtl. nächste Woche an und da sind für diese Woche schon drei andere zum Probearbeiten. Warum bin ich nur nicht früher dahin gegangen? Hatte mir das Ganze einfacher vorgestellt. Noch so lange auf nen Job warten und evtl. angerufen zu werden war nicht so meine Vorstellung.
Am nächsten Tag hab ich dann, genau wie Corinna damals, angefangen in allen möglichen Shops und Cafes nach Jobs zu fragen. Hab im Hostel gefragt, in dem Skydive Center (die brauchten leider keinen mehr) und auch im Sportsclub. Corinna hat noch in nem kleinen Motel nachgefragt, wo sie selbst mal geputzt hat, und der Manager brauchte tatsächlich Hilfe! Ich dachte erst, ich soll da erstmal zum Interview hin, aber Corinna sagte, ich kann am nächsten Tag gleich dort anfangen 🙂 Juhu! Der erste Job!
Mittags hatte ich dann aber keine Lust mehr herum zu gehen und bin zum Strand. Abends wollte ich für meinen Vermieter und Corinna kochen. Als ich grade zum Supermarkt wollte, klingelte mein Handy und ich bin leider zu spät dran gewesen. Ein Glück hat der Manager vom Sportsclub mir auf die Mailbox gesprochen. Es ginge um den Job im Sportsclub. Bin natürlich gleich hingegangen und er wollte dann, dass ich gleich den Abend arbeite! Er würde mir eine Chance geben. Als ich drei Stunden vorher da war, hat er mich ziemlich skeptisch angeguckt. Ob ich Erfahrung hätte (Ja ja, fünf Monate nach der Schule 😉 und was ich sonst so machen würde (Krankenschwester). Habe nicht so schnell mit einem Anruf gerechnet. Natürlich habe ich das Abendessen abgesagt und schnell meine uralte, schwarze Partyhose herausgekramt und ein schwarzes T-Shirt. Gut, dass ich noch meine Ballerinas mitgenommen habe. Sonst hätte ich ein Schuhproblem bekommen.
Ich war schon ein bisschen aufgeregt, wobei Corinna gesagt hat, es wäre nicht schwer. War mir nicht sicher, wie mein Englisch ausreicht und was den Smalltalk mit Gästen angeht. Ich habe ja noch nie gekellnert. Als ich dann ankam, war aber alles ruhig und die Kollegen nett. Bin dann mit einer mitgelaufen und sie meinte, es würde richtig voll werden heute. Und das an meinem ersten Tag!
Am Ende war alles halb so schlimm. Ich hab einfach gemacht, was sie mir gezeigt hat und geguckt, wo was zu tun ist. Gefragt, ob ich helfen kann und wenn ich was nicht wusste. Ist ja eigentlich nicht das erste Mal, dass ich zur Probe arbeite. Habe Besteck in Tüten gepackt, Gläser eingesammelt und geholfen, das Essen raus zu bringen. Mein Englisch reicht völlig aus und ich hab sogar ein bisschen Smalltalk mit den Gästen hinbekommen. Fühlte sich eigentlich ein bisschen wie auf der Arbeit an. Und es hat echt Spaß gemacht! Man kann das Ganze gar nicht mit der Intensivstation vergleichen. Finde es im Moment echt angenehm, keine große Verantwortung zu haben. Arbeite ja nur, um irgendwann weiter zu reisen. Es war echt viel zu tun, aber vom Gefühl lange nicht so stressig. (Es geht halt nicht um Leben oder Tod) Das Schlimmste, was passieren kann, ist, dass ein Gast unzufrieden ist. Aber wenn man viel lächelt und freundlich ist, ist auch das halb so schlimm. Kenn ich ja auch aus dem Krankenhaus. So eine Ausbildung zur Krankenschwester bringt einem schon ganz schön viel bei. Es lief jedenfalls super und eine von der Bar meinte, Ricky (der Chef) wäre beeindruckt von mir. Ich durfte dann am nächsten Tag gleich wieder kommen 🙂 Man, war ich happy! Gleich zwei Jobs. Damit dürfte ich über die Runden kommen.
Der Putzjob ist im Moment eher ein Betten-bezieh-Job. Xavier war, glaub ich, echt glücklich, dass ich da war. Er ist super nett und wäre sonst mit seiner Putzfrau ganz alleine gewesen. Ich habe dann drei Stunden lang Betten bezogen. Ein Block ist komplett gegangen und es waren etwa 15 Betten. Auch hier ist die Ausbildung echt wieder was wert. Habe schon so viele Betten gemacht! Es liegt ja auch keiner drin. Und ich kenne ja noch die Laken ohne Gummizug. Die Ecken vom Laken (die Bettdecke hier wegen der Wärme) werden auf genau diese Weise gefaltet. Nennt sich sogar, glaube ich, „nurses edge“ oder so. Er brauchte mich auch den nächsten Tag und wahrscheinlich dann wieder am Wochenende. Schön mal $90 verdient 🙂
Abends dann zweiter Tag im Sportsclub und war alles super. Der Chef hat mich dann noch angesprochen und mir gesagt, dass ich es gut mache. Gestern hab ich dann meinen ersten australischen Arbeitsvertrag unterschrieben. Bin also fest dabei! Wäre zwar nichts für ewig, ich würde mich wohl bald anfangen zu langweilen, aber im Moment macht es super Spaß und ich gehöre wieder zur arbeitenden Bevölkerung. Es ist super, um mein Englisch zu verbessern und nach Neujahr kann ich dann nach Sydney. Dort will ich dann als Assistant in Nurse was finden. Allerdings muss ich zugeben, dass beide Jobs körperlich anstrengend sind. Wer dass immer macht, den kann ich nur bewundern. Es ist ja auch ganz schön warm hier. Bin ja auch seit ca. sechs Wochen nicht mehr arbeiten gewesen und meine Füße haben ganz schön gebrannt.
Bin froh, dass ich doch so schnell was gefunden habe. Wenigstens sind meine Geldsorgen erstmal weg. Heute habe ich dann auch erstmal die Gelegenheit zum Einkaufen genutzt, weil Mal nach Coloola gefahren ist und ich mitkommen konnte. Jetzt habe ich erstmal Essen für drei Wochen. Gut, dass ich erstmal hier bleiben kann. Würde das alles nie im Hostel unterkriegen, nicht dran zu denken, es mit auf Reisen zu nehmen.
Für drei Tage bin ich jetzt in den Keller gezogen, weil Mal, mein Vermieter, Besuch von Freunden hat und ich das Zimmer räumen musste. Habe jetzt für drei Tage ne eigene Wohnung! Ganz ungewohnt, mal wieder völlig für mich zu sein.. Danach hab ich mein altes Zimmer wieder Ich hab im Moment sogar ein Fahrrad. Also geht’s mir im Moment sehr gut hier. Die Sonne scheint und ich bin schön braun geworden.