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Und auf ein Neues in Sydney

Nun bin seit einer Woche wieder zurück in Sydney. Bin in der Hoffnung zurückgekommen über Ostern arbeiten zu können und gut Kohle zu machen. Hat leider nicht ganz geklappt. Hatte mich ne Woche vorher bei meiner Agency zurückgemeldet. War einfacher, als in Melbourne zu bleiben und wieder Bewerbungen zu starten. Ausserdem wusste ich hier, wieviel ich verdiene und ich mag meine Agentur.

Am Dienstag bin ich dann in mein neues Hostel eingecheckt. Diesmal Kings Cross, das Hostel in dem ich ganz am Anfang gewohnt habe. Leider ist es wöchentlich ca 185$ und da ich mal wieder so gut wie pleite bin, war es einfach ein Versuch, ob es mir dort besser gefällt. Die Leute waren soweit ok, aber die drei arbeiten Zimmergenossen hatten alle die unteren Betten belegt und leider auch das ganze Zimmer mit ihren Klamotten zugemüllt. War nicht so einfach ein Plätzchen zu finden. Da alle dort bis ewig geschlafen haben, entweder Party gemacht oder Nachtdienst, konnte ich mich kaum in meinem Zimmer aufhalten um zu lesen oder im Internet zu surfen.. Hat ziemlich genervt. Immer nach oben zu klettern auch und das Bett hatte oben auch kein Gitter und keine Ablagefläche. Kann man nicht entspannt schlafen…

Wetter war wenigstens wärmer als Melbourne und konnte auch noch einmal zum Strand. Sonne hat in der Intensität aber echt nachgelassen. Im Vergleich zu vor fünf Wochen. Der Innenhof in diesem Hostel war allerdings sehr gut und die Küche auch gut ausgestattet. Und die hatten nen tollen Fernsehraum mit super bequemen Sofas. Sogar im Zimmer war ein Fernseher. Konnte ich allerdings nicht so nutzen weil ja immer irgendjemand dort geschlafen hat 🙂

Hatte den Tag vor Karfreitag ein Glück gleich wieder meine erste Schicht. Sehr beruhigend. Auch wenn über Ostern gar nichts reingekommen ist. Deshalb habe ich mich aus Kostengründen dazu entschlossen, wieder ins alte Hostel in Wooloomooloo zurückzuziehen. Die Preise sind dort richtig gesunken und leider 60$ günstiger pro Woche als das andere Hostel. Also bin ich jetzt wieder hier zurück, habe ein Bottombunk und ein funktionierendes Nachtlicht. Die Mitbewohner sind auch in Ordnung.

Allerdings weiß ich grade nicht, ob ich mich wieder an einen besseren Standart gewöhnt habe, oder die neben den Preisen auch den Service runtergeschraubt haben. Das letzte Mal musste ich mich nur einmal beschweren, aber in zwei Tagen war ich schon 3-4 Mal unten.

Zuerst wollten sie mich in ein Zimmer stecken, in dem die Zimmertür nicht abzuschliessen war und das sann nichtmal funktionierende Schließfächer hatte. Wenigstens haben sie mich dann umgebucht. In meinem jetzigen Zimmer habe ich zwar ein Schließfach, aber die Tür ist auch schrott. Hängt bisschen schief in den Angeln und schleift über den Boden. Auch diese kann man, wenn man will, ohne Schlüsselkarte aufgebekommen. Aber wenigstens nicht so einfach und so einladend. Das zweite Mal, dass ich unten war. Die tun jedesmal, als wenn ich die erste bin, die sich beschwert… sind die anderen so dumm und sagen nix? Oder wissen die schon alles, kümmern sich nicht drum und tun nur so überrascht?
Sauberkeit lässt mal wieder zu wünschen übrig und im geasmten Stockwerk war das Klopapier alle! Drittes Mal…

Dann denkt man doch, es würde reichen, es zu sagen und auch noch die benötigte Anzahl an Rollen klarzustellen (vier Toiletten á vier Rollen), aber nach drei Stunden fehlte immer noch in einer Frauentoilette das Klopapier. Viertes Mal! Ich verstehe es nicht… um das Hostel kümmern die sich gar nicht und man sollte meinen, das Reinigungspersonal würde es weitersagen, wenn etwas offensichtlich kaputt ist. Wenn ich weiß, wie viel Geld ich verdiene, muss ich vielleicht doch nochmal umziehen oder ich gewöhne mich wieder dran.

Mit der Tür jedenfalls werde ich mir das nicht so lange angucken und wenn ich jeden Tag nachfrage. Wo wir wieder mal beim Thema Sicherheit sind. Und selbst wenn ich hier wenig bezahle, kann ich abschließbare Zimmertüren und Toilettenpapier verlangen oder?

Jedenfalls haben sich grade meine Sorgen, was diese Woche Geld angeht verringert. Heute gearbeitet und grade nen Text bekommen, dass ich morgen früh wieder ne Schicht habe. Dann diese und nächste Woche je eine 12std Schicht bei meinem geliebten 97jährigen Homecarepatienten, der immer noch lebt (War in meiner letzten Schicht dort ja noch ins Krankenhaus und ich sah schon meine Freefood/Relaxdienste in Gefahr).

Bin grade ein wenig heimwehgeplagt, werde definitiv kein zweites Jahr wegbleiben (Meine Chefs werden sich freuen :-). Aber wenn ich genug Arbeit bekomme, bin ich wenigstens abgelenkt und ich werde mich schon wieder ans Alleinesein gewöhnen. Mein nächstes Ziel ist dann Neuseeland, obwohl es dort im Winter wahrscheinlich total kalt ist. Danach Westküste und in Perth erstmal nen neuen Job suchen. Ich werde ja sehen, wieviel ich hier verdienen kann. Erstmal meine ersten zwei Wochen wieder reinkriegen. Dafür sind meine Ersparnisse definitiv gut. Weiß nicht, wie das andere Leute so machen.

Von Geldsorgen, Hostelleben und davon, wie schnell sich alles zum Guten wenden kann :-)

Mittlerweile ist die zweite Woche rum und die dritte angebrochen. Es ist schon seltsam, wie schnell sich hier Sachen ändern und manchmal wie von selbst ergeben. Von einem Tag auf den anderen schwanke ich zwischen Erleichterung und Ernüchterung.

Hatte im Grunde schon nach vier Tagen nen Job bzw. ne Agentur gefunden und war happy. Dann ging der ganze Papierkram los und die Zeit verging ohne Geld zu verdienen. Zwei Wochen lang… Dann ruft mich eine zweite Agentur an. Die hatten zuerst gesagt, dass sie im Moment keinen brauchen. Aber sie haben ein Glück meinen Lebenslauf behalten! Hatte mit denen nicht mehr gerechnet.

War grade auf dem Weg zu meinem Termin im Staff Health Departement um meinen Impfpass übertragen zu lassen, als die mich nach nem Interview gefragt haben. Und ich sollte gleich alle Unterlagen mitbringen 🙂 Also wollten die mich haben und ich war happy! Zumindest hatte ich für die zweite Agentur dann gleich alle Unterlagen zusammen. Für die erste musste ich auch ein Führungszeugnis beantragen. Auch ein Grund, warum sich alles hingezogen hat. Am gleichen Tag hab ich dann den Impfpass und das Führungszeugnis bekommen und konnte es zum Interview mitbringen.
In der zweiten Agentur waren die auch super nett und ich hatte erstmal Papierkram auszufüllen. Mittlerweile kenne ich ja schon ein paar Formulare. Wobei die nicht so viel Kram, wie die erste Agency haben wollten. Das beste allerdings ist, dass die mich nicht nur für Homecare suchen, sondern auch fürs Krankenhaus 🙂

Interview war dann sehr entspannt, habe ne Uniform bekommen und gleich das erste Jobangebot für den nächsten Tag! Homecare bei einem demenzkranken, 97j alten Deutschen, der (wenn er verwirrt ist) anfängt in Deutsch zu reden. Großer Vorteil für mich! Außerdem hatte eine andere Deutsche grade aufgehört, für die Agency zu arbeiten.
War also eine Stelle frei geworden 🙂 Manchmal muss man einfach Glück haben und diese Agentur war schon von der Internetpräsenz mein Favorit gewesen. Hatte aber gedacht, die melden sich nicht mehr. Dafür hat sich eine andere Agentur noch nicht gemeldet, bei denen ich anfangs guter Hoffnung war. Wie auch immer… Jetzt habe ich ja zwei 🙂

Erster Job/Schicht also bei einem furchtbar reichen, alten Herren. Der kann es sich leisten, Tag und Nacht zwei Schwestern zu haben. Und ich werde hier ja besser bezahlt, als in Deutschland. Angesehen hat man ihm die Demenz gleich. Ist gangunsicher, deshalb zwei Leute fürs mobilisieren. Ansonsten war das, glaube ich, die einfachste, und entspannteste Schicht, die ich jemals hatte. Hab ihn gefüttert, mich mit ihm und der Kollegin unterhalten und haben ihn mobilisiert. 6std kaum was gemacht und gut verdient! Und die Aussicht aus seinem Appartement im 9. Stock auf den Hafen war fantastisch! Könnte sein, dass ich dort öfter hin kann. Und bevor ich es vergesse: Es gab free food! Dürften alles aus dem Kühlschrank nehmen und hab dann umsonst gegessen! Und schon ist man ein glücklicher, kleiner Backpacker, wenn man was umsonst bekommt. Womit wir dann bei den Geldsorgen wären…

Marie aus Rainbow Beach ist grade für eine Woche hier und ich würde echt gerne mit ihr ausgehen, in Museen und Zoo, aber hatte das Gefühl, mein Konto ist bald leer. Am Tag nach meiner ersten Schicht war ich zwar froh, einen zweiten Job zu haben, wusste aber nicht, wie sich das alles weiterentwickelt. Australia Day habe ich mir ja frei genommen und hat mich auch keiner angerufen. Wußte aber nicht, wann ich das nächste Mal arbeiten kann. Die erste Agentur war vielversprechend, aber die haben sich bis jetzt noch nicht gemeldet. Obwohl ich ja jetzt endlich arbeiten kann.

Habe dann also einen Kontoauszug gezogen und war geschockt! 140$ habe ich noch! Bezahlt werde ich ja erst nächsten Freitag und noch kein neuer Job in Aussicht. Von dem Ersparten aus Rainbow so gut wie nichts über geblieben. Musste was fürs Führungszeugnis bezahlen (60$) und Arbeitsklamotten (60$). Dann drei Bahnkarten, weil man ja nicht weiß, wo man hingeschickt wird (je 43$) und drei Wochen Hostel (je 160$). Da kommt schon was zusammen. Und Essen ist noch nicht dabei. Versuche jetzt, mir nur noch das Wichtigste zu kaufen und nichts an Essen außerhalb. Allerdings kann ich nicht auf ein paar Vitamine verzichten, weil ich ja auch noch mit meiner Erkältung zu kämpfen hatte…

Geldprobleme = schlechte Stimmung/Sorgen. Christiane kommt bald und ich konnte noch nicht einen Cent beiseite legen. Lief nicht ganz so, wie ich mir das ausgedacht hatte. Einerseits gut, dass ich in Rainbow war und will die Zeit definitiv nicht missen. Andererseits hätte ich direkt nach Neujahr gehen sollen… Weiß ich auch nicht. Meine Hostel hat jetzt wohl doch wieder mit bed bugs zu kämpfen… Aber wo soll ich hin? Also wieder auf die Suche nach Work for Accommodation..

Stellte sich gestern aber als sinnfrei heraus. Hier ist grade Hochsaison und man muss wohl überall für 10$/h arbeiten. Bei nem Wochenpreis über 200$ kann ja jeder mal selbst rechnen. Kommt also nicht in Frage, wenn ich bei der Agentur 25-30$/h bekomme. Und obendrein flexibler bin ich auch, ohne das noch an den Hacken.

Das Hostel, in dem ich gewohnt habe, als ich in Sydney damals angekommen bin, hat aber nen akzeptablen Wochenpreis von 180$. Wenn in meinem Zimmer die Bettwanzen beissen, weiß ich, wo ich hin kann. Bis jetzt tun sie es noch nicht.

War gestern dann grade auf dem Weg zu verschiedenen Hostels, als ich ne SMS von 24/7 (zweite Agentur) bekam mit dem Angebot von 6h Homecare 🙂 Man, war ich erleichtert! Wenigstens eine Agentur meldet sich, wenn Alliance (erste Agentur) schon nicht in die Puschen kommt. Leider hat sich der Herr, der das für seine Mutter buchen wollte, nicht zurückgemeldet. War unterwegs und wusste nicht, ob ich es bis 15h schaffen kann… Schicht gecancelt. Also wieder etwas frustig, wenn auch wenigstens das Gefühl, es tut sich was.

Wollte mich gestern Abend eigentlich noch mit Marie treffen, aber dann hab ich das super Angebot bekommen, 12h Sitzwache bei einem paranoiden Herren im Krankenhaus zu machen! Sag ich ja nicht nein 🙂
Bin also gestern Abend von 20-8h heute morgen dort gewesen. Ist in der Privatstation gewesen und ist ne gemischte Station. Herzchirurgie soll auch dabei sein! Das Pipsen auf der Station kam mir auch von Anfang an bekannt vor. Die haben dort auch die Phillips Monitore und Telemetrien 🙂 Mein Patient hatte dann hauptsächlich nen Herzproblem neben seiner Paranoia (sind alle „brainwashed“) und ich fühle mich wie Zuhause!

Irritierend ist allerdings der Teppichboden und dass man keinen Kasack anhat, wie in Deutschland. Laufe hier mit blauer Agencybluse und schwarzer Hose herum. Sonst ist aber von der Pflege her nicht so der bedeutende Unterschied. Mache natürlich nichts Medizinisches, aber von der pflegerischen Seite keine so große Herausforderung.

Was allerdings eine ist, ist doch das Englisch. Bin jetzt froh, die drei Monate vorher so viel Englisch gesprochen zu haben. Mein Patient ist waschechter Australier und nuschelte obendrein noch etwas. Habe nicht immer alles verstanden, aber wir sind trotzdem super miteinander ausgekommen. Meine Psychiatrieerfahrung macht sich doch bezahlt.

Heute abend bin ich wieder 12h dort und habe diese Woche dann meine 30std! Morgen muss ich mir allerdings freinehmen. Mein Husten ist wieder ein wenig da und ist auch ne Parade in Chinatown.
Aber Geldsorgen haben sich erstmal erledigt, die Agentur war der Volltreffer und ich kann vielleicht doch was zur Seite legen 🙂