Kategorie-Archiv:3. Sydney!

Das Kapitel Sydney ist bald (vorläufig) zuende

Saß heute im 9. Stockwerk bei meinem home care Patienten und ausser meinen Blog schreiben, nach ihm schauen und kochen mache ich dort nicht viel. Ist wieder eine 12 h Schicht und fuer mich der Hauptgewinn. definitiv nicht so anstrengend wie Altenheim oder Doppelschichten im Krankenhaus. Darf ausdrücklich mit essen und kochen was ich möchte, muss halt nur gesund sein. (Leider wurde meine zweite Schicht gestrichen, weil er heute Nachmittag ins Krankenhaus musste…)

Weiterhin habe ich viel zu tun. Arbeite sehr viel und kann auch genug sparen. Nur noch fünf Tage und dann kommt Christiane schon. Sie ist schon total aufgeregt und ich freue mich wie bloede darauf sie wieder zu sehen. Wir werden dann mit einem Mietwagen die Ostkueste hochfahren. Hoffe nur, dass das Wetter wieder besser wird. Die letzten zwei, drei Tage waren schoen. Wärmer als Deutschland ist es auf jeden Fall. So um die 25°C sind schon besser als Kälte 🙂 Den Winter vermisse ich jedenfalls gar nicht.

Im Moment bin ich allerdings ganz schön kaputt vom vielen arbeiten. Die letzten zwei Wochen fast 50 std/Woche und diese Woche sieht auch schon ganz gut aus. (ein Jammer, dass meine zweite 12std Schicht Home Care flachfällt) Hoffentlich kann ich am Wochenende noch arbeiten. Bringt echt am meisten Kohle. Nächste Woche muss ich jedenfalls meine Finanzen checken. Wäsche waschen musste ich gestern und konnte dann auch in Ruhe kochen, weil ich früh zuhause war. Obwohl das Wetter traumhaft war, konnte ich einfach nicht mehr rumlaufen und hab halt „Haushalt“ gemacht.

Wenn da nur nicht meine vier derzeitigen, englischen Mitbewohner wären… Nun bin ich die letzten 5 Tage früh aufgestanden, so gegen 5-6h, und habe immer versucht, leise zu sein. Weiß allerdings nicht, womit die es verdient hätten. Denn die letzten drei Tage sind die jedes Mal aus gewesen und super laut beim Zurückkommen. Licht angemacht, in normalem bis lauten Ton gesprochen und mich trotz Ohropax wachbekommen. Heute morgen bin ich auch echt sauer! Um 5h kommen die wieder ins Zimmer, total laut und ich konnte eigentlich ausschlafen, weil ich heute noch keinen Job habe :-/ Also war ich wieder um 5h wach. Man sollte ja nicht immer alle Vorurteile glauben, aber die meisten Engländer (die ich bis jetzt kennengelernt habe) sind besoffene und rücksichtslose Ididoten. Die Berichte über „binge-drinking“ stimmen voll.

Der eine hat gestern seine Kreditkarte verloren und kann sich kaum noch an die Nacht erinnern. Ein Jammer, dass die trotzdem noch in das Zimmer zurückfinden um mich zu wecken! Nur noch vier Nächte… Wie gut, dass ich umziehe wenn Christiane kommt. Glaube nicht, dass ich zurück in dieses Hostel ziehe. Glaube auch, dass ich habe die meiste Zeit nur Glück mit meinen Zimmergenossen gehabt habe. Mir sind die Städtetripleute am liebsten: 3-4 Tage hier, abends müde und leise, wenn sie zurück sind.
Ich weiß ja jetzt, wie viel ich verdiene und kann mir was anderes leisten. Ist allerdings interessant gewesen, an was man sich alles gewöhnen kann.

Ab nächste Woche habe ich allerdings wieder Urlaub und dann kann ich auch mal wieder weggehen und feiern 🙂 Und wenn ich das nächste Mal schreibe (oder Christiane) dann sind wir zusammen unterwegs, die Ostküste hoch!!!!

„Krankenschwestern“ in Australien

Die Zeit vergeht wie im Flug und ich bin jetzt schon vier Monate von Zuhause weg. Mir kommt es wie eine Ewigkeit vor! Manchmal würde ich gerne mal zwei, drei Tage nach Hause, alle wiedersehen und dann wieder zurück.Ab und zu habe ich mal leichte Attacken von Heimweh, aber insgesamt geht es eigentlich. Vor Weihnachten war es schlimmer und im Moment bin gut abgelenkt.

Über meinen/unseren Geburtstag war Corinna dann für ein paar Tage hier in Sydney und wir haben gemeinsam gefeiert. Waren zusammen mit einer anderen Freundin aus Rainbow Beach im Höfbräuhaus in Sydney. War ne ziemlich interessante Sache! War ne kleine Band dort, die deutsche und bayrische Schlagermusik gespielt hat 🙂 Und die Australier sind voll drauf abgefahren! An unserem Tisch saßen Australier und denen haben wir den „Cowboy und Indianer“ Tanz begebracht. Das fanden die super lustig 🙂

Aufs Geld haben wir nicht geachtet und super leckeres, deutsches Essen bekommen. Inna und ich haben dann auch ein kleines Geburtstagsständchen bekommen. Ist schon witzig, dass wir beide am gleichen Tag Geburtstag haben und die Leute wollen uns das manchmal nicht so recht glauben. Abends sind wir dann aber nicht mehr weggegangen, weil wir alle müde waren. Corinna und Rieke haben Extremshopping betrieben 🙂 Halb Sydney leergekauft *lol* So ist das, wenn man nicht aus Rainbow Beach rauskommt. Weggehen haben wir dann aber den nächsten Tag nachgeholt und das war das erste Mal seit Rainbow Beach. Muss halt Geld sparen…

Mit meinem Job läuft es jetzt ziemlich gut und das erste Gehalt habe ich auch bekommen. Leider habe ich bis jetzt nur Jobs von 24/7 bekommen. Weiß gar nicht, warum mich die andere Agentur eingestellt hat. Die haben mir noch nicht einen Job besorgt. Dafür hat sich vorgestern die dritte Agnetur gemeldet (nach fast vier Wochen) und mir Schichten angeboten! Ich soll mich melden wenn ich welche möchte. Also im Grunde 100% Erfolg 🙂 Ich werde mir das diese Woche noch mal angucken und sonst kündige ich halt der ersten Agency. Gut, noch etwas in der Hinterhand zu haben. 24/7 beschäftigt mich im Moment aber sehr gut.

War jetzt ein paar Mal im Krankenhaus, worüber ich total glücklich bin, und einmal im Altenheim, was ich absolut deprimierend fand! Ich dachte ja immer schon, daß ich nicht unbedingt im Altenheim arbeiten möchte, aber jetzt weiß ich es definitiv! Eher wechsele ich den Job. Muß mir schon ganz dreckig gehen, dass ich da anfangen würde.

Die Leute in dem Altenheim waren gut gepflegt, aber kannst dich mit keinem unterhalten, weil fast alle dement und vollpflegebedürftig sind. Keine Musik, keine Unterhaltung, kein Leben in den Leuten. Habe einen Frühdienst mit Leute waschen/duschen und einen Nachtdienst am selben Tag mit Windel wechseln verbracht. In der Nacht hatte ich meine eigenen Patienten. im Grunde keine große Herausforderung, wenn ich nicht eine sauschlechte Übergabe bekommen hätte. (Man muss wissen, dass hier ziemlich viele „Ausländer/Asiaten“ arbeiten, die nicht alle so gutes Englisch sprechen) Habe gedacht, ich hätte klare Fragen gestellt, aber wusste hinterher auch nicht viel mehr über die Leute… *kopfschüttel* unsere Ausbildung in Deutschland ist echt nicht die schlechteste.

Das schlimmste war, und darüber war ich ziemlich sauer, dass zwei Patienten anscheinend infektiös waren, und mir das keiner gesagt hat. Stolper mitten in der Nacht über knallgelbe Mülltonnen (mit Zeichen) im Bad, frage die Kollegin (auch AIN) und die meint nur MRSA oder so. Genau weiß sie es nicht. Ein Glück musste ich bis jetzt noch nicht wieder hin…

Dagegen ist die Privatklinik, in der ich bis jetzt am meisten war, echt super. Habe dort ein paar Mal 12std Sitzwache gemacht und vor zwei Tagen das erste Mal richtig mitgearbeitet. Hatte nen Frühdienst und mittags hat die Agency angerufen, ob ich ne Doppelschicht machen will und war also den Nachmittag auch noch da. In Deutschland würde ich freiwillig keine Doppelschichten machen (7-22h ist echt lange) aber ich brauche das Geld und habe für diese Woche schon fast 30std zusammen. Ich weiß ja nie, wie viele Schichten ich noch bekomme. Also nehme ich das, was ich kriegen kann.

Von der Pflege her ist es nicht der bedeutende Unterschied. Gut, ist alles in Englisch und die Medikamente heißen hier anders. Was ich bis jetzt so gesehen habe, scheinen die Schwesten (RN´s) hier das gleiche zu machen wie ich in Deutschland auch. Mit dem Unterschied, daß sie hier viel mehr Assistenzpersonal haben. Ca. 6 Patienten pro RN, 1 AIN (gleich KPH, das bin ich hier ohne Registrierung) für 12 Patienten. Dann Leute, die Essen verteilen und zig Kafferunden drehen und sonstige Leute wie in Deutschland auch (Hol- und Bringedienst, Physio…)

Die RN muss sich nicht um die Klingeln und die Grundpflege kümmern. Nur die medizinischen Sachen und den Papierkrieg. Ich muss mich darum nicht kümmern und hab dafür viel Zeit, um Patienten zu duschen/waschen. Mein Englisch wird dadurch auch besser und ich habe schon ein paar wichtige Wörter gelernt. Witzigerweise habe ich schon einige Patienten getroffen, die vor Jahrzehnten aus Deutschland ausgewandert sind. Deutschkenntnisse sind nur hilfreich 🙂

Arbeit in diesem Krankenhaus macht echt Spaß. Bin aber vom Arbeiten ziemlich kaputt. So viele Stunden hintereinander bin ich nicht mehr gewöhnt. Aber muss Geld sparen um den ganzen März zu reisen. Dann bin ich wohl auch urlaubsreif!

In meinem Hostel bleibe ich jetzt auch bis Ende Februar. Jetzt suchen die hier Handwerker um gegen Unterkunft zu arbeiten (und von bedbugs habe ich auch schon wieder gehört, allerdings nicht bei mir). Kein Wunder, dass alles ewig braucht, um repariert zu werden. Als Handwerker kann man sich seinen Aufenthalt auch gut finanzieren. Für die findet sich hier immer ein Job. Wenn Christiane kommt, ziehe ich mit ihr aber in ein anderes Hostel. Nur noch drei Wochen! Freue mich schon total 🙂