Kategorie-Archiv:2. Die erste Zeit in Australien

Von Festivals und wilden Tieren

Jetzt bin ich seit bald zwei Wochen in Rainbow Beach und mache immer noch Urlaub 🙂 Habe mich mittlerweile eingewöhnt. Seit vorgestern habe ich auch ein eigenes Zimmerchen und ein breites Bett für mich. Ich musste ein Glück nicht ins Hostel ziehen. Die letzte Woche habe ich mit bei Corinna im Zimmer gewohnt, und die wohnt ja bei Ihrer Chefin. Aber auf die Dauer wird es schon zu eng dort und ich bin auch ganz froh, nach drei Wochen auch mal wieder alleine in einem Zimmer zu schlafen. Nach acht Jahren eigener Wohnung bin ich das auch nicht mehr gewöhnt, kein eigenes Zimmer/Wohnung zu haben.

An Rainbow Beach habe ich mich jetzt ein bisschen gewöhnt, und obwohl es nur ein kleines Dorf ist (glaube ca. 1300 Einwohner) fühl ich mich hier eigentlich ganz wohl. Noch geht es mir nicht auf die Nerven, dass sich hier fast jeder zu kennen scheint (und dementsprechend schnell getratscht wird…). Natürlich ist es auch schön, dass Corinna hier ist. Ein vertrautes Gesicht ist echt gut. Ich werde ja sehen, wie lange ich es hier aushalte.
Im Moment ist es jedenfalls gut, hier zu sein. Und es gibt schon schlimmeres. Das Meer ist fünf Gehminuten entfernt und die Sonne scheint. (Hab mir gestern allerdings den ersten Sonnenbrand geholt. Ist nicht so einfach, sich alleine den Rücken einzucremen.)
Letzte Woche bin ich ja hier angekommen und Corinna hat abends noch Essen gemacht. Ich war echt froh über die Aussicht, nicht gleich wieder meinen ganzen Kram am nächsten Tag irgendwo hinschleppen zu müssen. Leider hab ich mir dann doch noch ne Erkältung eingefangen, aber jetzt ist sie wieder auf dem Rueckzug. Dabei war ich ja grad erst wieder gesund. Aber das kommt wohl davon, wenn man sich nicht auskurieren konnte.

Das Highlight letzte Woche war definitiv das Island Vibe Festival auf Stradbroke Island. Auf der Insel bin ich vorher noch nie gewesen. Die anderen auch nicht. Wir haben dort zu sechst ein Haus in der Nähe vom Festival gemietet. Also kein Campen auf dem Feld und Dixiklo wie in Deutschland.
Donnerstag früh sind dann losgefahren und nachmittags dort angekommen. Auf dem Weg dahin sind wir noch groß einkaufen gefahren, und zwar in einem super Ökosupermarkt (die sind alle ein bisschen alternativ und achten sehr auf „organic“). Der Einkauf war echt teuer, aber da durch sechs Personen geteilt wurde, ging es und wir hatten super Essen! Hier schmeckt man noch mehr Unterschied zwischen Bio und normalem Essen als in Deutschland. Wie soll ich mich nur wieder an Backpackeressen gewöhnen?
An dem gleichen Nachmittag sind wir dann noch ein bisschen über die Insel gefahren. In Amity Point hatten wir dann gleich zwei Highlights: Am Bootssteg ist auf einmal ein Delphin aufgetaucht und kam mehrmals wieder, um Hallo zu sagen. Das zweite war ein Koala, der im Baum dort saß. Die Vögel wollten ihn nicht mehr dort haben und er musste in einen anderen Baum umziehen. Auf dem Weg dahin hat er Pausen gemacht und fast ein wenig dabei posiert ?
Weitere Wildniserlebnisse folgten dann am nächsten Morgen. Auf einmal war Lärm auf dem Dach und es hörte sich an, als wenn was auf dem Dach herumläuft, und zwar ziemlich laut. Ursache dafür war eine Schlange (Python) auf dem Dach und die Vögel sind deswegen ausgerastet. Diese Schlange hing dann nachher im Baum direkt bei unserem Haus. Und klein war sie nicht!
Den Morgen danach hatten wir dann eine große Huntsmanspinne in der Küche an der Wand hängen. Ein Glück hat der einzige Mann im Bunde sie dann hinausgebracht. Sie war handtellergroß und soll noch ein kleines Exemplar gewesen sein. Soviel zur Wildnis in Australien ?
Das Festival war übersichtlich und nicht zu groß. Alles war schön dekoriert und bunt (Reggae war ja Schwerpunkt) und die Leute alle sehr entspannt. Es war lange nicht so groß wie Festivals in Deutschland aber das war schön so. Vier Bühnen waren über das Gelände verteilt und ein paar echt gute Musiker haben dort gespielt. Ein Glück war das meiste nicht a la Bob Marley.
Ich hatte befürchtet, das alle zugedröhnt wären, aber das war nicht der Fall. Alkohol wurde nur an einem Punkt verkauft und das Zelt war abgetrennt. Man musste dort auch alles austrinken. Also keine Massen an betrunkenen Leuten. Das ganze war auch für Familien gedacht.
Abends waren wir dann noch bei Freunden von Corinna und Rieke in deren Ferienhaus und das war bestimmt zwei Klassen besser als unseres. Man hatte von dort einen super Meerblick und wir konnten Wale vorbeischwimmen sehen. Das hatte schon was, den Sonnenuntergang von dort zu genießen. Leider mussten wir Sonntag schon wieder zurückfahren, weil Rieke arbeiten musste und Inna und ich nach Gympie fahren wollten.

In Gympie habe ich dann endlich mein Bankkonto eröffnet und jetzt fehlt nur noch die Taxfilenumber. Dann muss ich nur noch nen Job finden und ich werde es wohl doch erstmal in Rainbow Beach versuchen und dann noch bis Neujahr noch hier bleiben. Es lohnt sich nicht, nur für sechs Wochen nach Sydney zu gehen, wenn ich doch über Weihnachten wieder hier her fahre. Außerdem ist Sydney über Weihnachten unerschwinglich teuer und die Hostels fast alle schon ausgebucht. Es ist auch ganz nett, das ich hier schon ein paar Leute kennen gelernt habe. Jobmässig hängt hier was in einem Cafe aus und ich werde mich nächste Woche mal dort vorstellen. Ich hoffe, dass ich hier was bekommen kann… Hab immer noch Befürchtungen, dass mein Englisch nicht für nen Kellnerjob reicht, aber bleibt ja nichts anderes über, als es zu versuchen. Mir sagen alle, mein Englisch wäre gut, aber manchmal fehlen die Worte und ich weiß nicht, ob es flüssig genug ist. Verstehen tue ich eigentlich alles und englische Bücher lesen klappt auch gut (hab jetzt endlich mehrere gebrauchte Bücher gefunden. Gympie war da echt ne Goldgrube! Ohne Lesen ist es nicht auszuhalten für mich. Konnte wegen Gewicht ja nix deutsches mitnehmen). Ich werde erstmal meinen Lebenslauf pimpen und Corinna fragen, was ich beachten muss. Also auf gut Glück!

PS: Vielen Dank Christiane für die tolle, wasserdichte Schwimmbrille. Die habe ich heute ausführlich getestet. Die dunkle Tönung ist auch super!

Gympie n/a n/a

Tausche Tupperware gegen neue Flip Flops

Ich bin jetzt seit ein paar Tagen in Rainbow Beach und froh, das ich erstmal keine Sachen schleppen muss und nicht im Hostel wohne. Bin bei der Chefin von Corinna untergekommen, wo auch Corinna wohnt. Wir teilen uns also ihr Zimmer. Dort bleibe ich dann bis nächste Woche und ziehe danach in ein anderes Zimmer hier in Rainbow Beach. Ist mit 100$ Woche billiger als Hostel und ich hab meine Ruhe. Wahrscheinlich bleibe ich zwei bis drei Wochen hier, bis ich alle Unterlagen zusammen habe. Ich hab erstmal genug Geld für ein bisschen Urlaub machen. Aber dann muss ich auch versuchen, in Sydney nen Job zu finden und ein wenig Geld zu verdienen.
Morgen werden wir dann zu einem Festival nach Stradbroke Island fahren. Haben zum Glück noch eine Fähre gefunden, die uns mit Auto rüber bringt.

Der Weg nach Rainbow Beach war ganz schön weit. Sind ungefähr 800km, wenn nicht mehr. Da Corinna die letzte Woche ja nicht da war, bin ich nach fünf Tagen in Sydney erstmal mit dem Nachtbus nach Byron Bay gefahren um da zwei Strandtage zu haben, raus aus der Stadt. Musste dann 14std mit dem Bus gefahren. Mir ist ein Glück nicht schlecht geworden und ich hatte noch den Platz neben mir und konnte mich dort zusammenrollen. Anstrengend war es aber trotzdem. Vor allem, weil ich Busfahren nicht besonders gern mag.
In Byron Bay bin ich dann vom Hostel abgeholt worden. Ich hab so viel Zeug mit! Ist insgesamt, Koffer und Rucksack, bestimmt 30kg… Schleppe auch noch zwei Flaschen duty free Wodka mit mir rum und das Essen. Habe mal die Flüssigkeiten gewogen und es sind ca 2,5 kg.
Das Hostel war auf den ersten Blick nicht ganz so mein Fall. Der Fahrer war schon nen bisschen hippiemäßig und die Badezimmer nicht ganz so sauber. Die Wasserhaehne haben auch getropft. Hatte nen Vierbettzimmer mit zwei Franzosen, die kein Wort mit mir geredet haben. Besonders leise waren die auch nicht. Gesegnet seien Ohropax 🙂 Abends hab ich aber doch ganz nette Leute kennengelernt und bin mit denen noch ausgewesen.
Das Wetter war schön, aber mit dem Wind doch ein bisschen frisch und im Schatten auch. Aber ein bisschen Farbe hab ich doch bekommen. Müde bin ich auch noch gewesen. Hab bis 11h wieder geschlafen und dann noch in der Hängematte nachmittags. Das mit der Müdigkeit hat sich jetzt auch erst gelegt.
Den Tag vor der Abreise hab ich mir dann abends noch Pizza gegönnt (hab sogar ein extra Stück bekommen, weil die dabei waren zuzumachen.) und bin dann zu Strand gegangen, hab mich an die Mole gesetzt und ein paar Leute haben Musik gemacht. Da kommt Urlaubsstimmung auf 🙂

Am nächsten Tag gings dann weiter nach Brisbane zum shoppen. Musste leider ewig auf den Bus aus Byron warten.Dachte schon der kommt nicht. War dann ne halbe Std zu spät. Deshalb hab ich dann auch den Bus von meinem Hostel in Brisbane verpasst. Der kam grade aus der Einfahrt als wir angekommen sind. Durfte dann ne ganze Stunde auf den nächsten warten…
Mit dem Kram hatte ich aber keine Lust, zu laufen oder Bahn zu fahren. Kostet auch wieder Geld. Das Hostel war nicht mein Fall. Viel zu groß und zu weit weg vom Busbahnhof. Der Hammer waren die Einmal-Schließfächer für 2 $! Hab gedacht, ich krieg die Münze wieder, aber Irrtum. Leider hab ich dann beim Auspacken festgestellt, dass ich mein ganzes Essen in Byron Bay im Kühlschrank vergessen habe. Mit dabei zwei ganz tolle Tupperschüsseln… man konnte die zusammenfalten und die haben nicht viel Platz weggenommen. Ich könnte mich jetzt noch in den … beissen. Ich wollte die tasche spaeter noch rausholen und hab mich dann schoen verquatscht. Mein tolles Reisekissen hab ich dann wohl im Bus vergessen. Das hab ich auch nicht mehr gefunden. Verstehe gar nicht, wie mir das passieren konnte.
Bin dann in die Stadt, um einzukaufen. Habe dann wenigstens meine bequemen Flip Flops von Reef wieder gefunden. Da hatte ich letztes Jahr auf dem Flughafen einen verloren. Shoppen kann man super in Brisbane. Nur länger hier bleiben kann ich mir nicht vorstellen. Sydney ist schöner. Corinna meint, ich soll mir nen Job an der Gold Coast suchen. Wäre ja näher an Rainbow Beach dran. Würde aber lieber über eine Agentur anfangen. Da bin ich flexibler und hab sicherlich mehr Schichten. Brauch unbedingt Geld, Sydney war echt teuer.
Weiß noch nicht, wann ich dahin gehe. Über Weihnachten und Sylvester werde ich dann zurück nach Rainbow Beach und feier dann mit Inna zusammen. Hier ist dann wohl auch Hochsaison und ich werde mir dann hier nen Job suchen.
Meine Handykarte hab ich heute auch endlich aktiviert und ich hoffe, ich kann sie nachher auch aufladen.