Kategorie-Archiv:2. Die erste Zeit in Australien

Abschied von Rainbow Beach…

Nun ist es bald soweit und ich lasse Rainbow Beach nach 11 Wochen hinter mir. Gestern war meine letzte Schicht im Sportsclub und ich bin schon ein wenig traurig. Ich habe gerne dort gearbeitet und die Leute waren echt nett. Die Arbeit ist zwar nicht besonders herausfordernd, aber Spaß hat es trotzdem gemacht. Glaube, ich könnte auch gut in der Gastronomie arbeiten. Ist mal was anderes!
Jedenfalls haben wir gestern nach meiner Schicht noch ordentlich gefeiert und heute morgen gings mir dann nicht so besonders 🙂 Habe jetzt noch zwei Tage um meinen Krempel zu sortieren, Wäsche zu waschen und Bewerbungsunterlagen zusammenzustellen. Die Zeit geht auf einmal echt schnell rum. Einerseits würde ich gerne noch bleiben und andererseits freue ich mich auch auf etwas Neues. Und darauf zu sehen, wie es in einem australischen Krankenhaus abläuft. Wird dann wieder eine neue Herausforderung sein einen Job zu bekommen und wieder alleine zu reisen. Aber man hat mir gesagt, wenn ich Geld brauche, kann ich wieder nach Rainbow zurück und im Sportsclub anfangen 🙂 Ist ein gutes Gefühl das zu hören. Werde einige Leute vermissen, aber vor allem Corinna. Und Katy und Marie kommen mich in zwei Wochen auch besuchen in Sydney. Dann werden wir schön Australia Day feiern.
Hoffentlich habe ich dann auch einen Job. Ein günstiges Hostel habe ich auch gefunden. Eine Kollegin hat es empfohlen und ich werde es mal austesten. Auf die lange Busfahrt habe ich nicht so viel Lust, aber war mal wieder günstiger als zu fliegen. Also nächstes Kapitel ist dann Sydney!!

Skydiven, Sylvester, Sydney…

Nachdem ich ja die letzten zwei Wochen etwas schreibfaul war, wirds mal wieder Zeit. (Gar nicht so einfach, sich nen tollen Titel einfallen zu lassen. „Weihnachten“ passt leider nicht rein. Kein „S“ am Anfang 🙂 )

Die Tage vergehen und sind im Grunde alle gleich. (Wenn man mal von verrückten Aktionen wie Fallschirmspringen absieht 🙂 Aber dazu später mehr) Und das ist ja genau das, was ich mal für ein Jahr nicht möchte. Routine und immer das gleiche. Das heißt nicht, daß es schlecht ist, nur langweilig. Ich hab ja hier auch Freunde gefunden und Corinna ist auch hier. Und das wird mir dann schon schwerfallen die zu verlassen. Aber diese Kleinstadt/Dorf geht mir langsam auf die Nerven. Man sitzt ja hier fest ohne Auto und Geld sparen kann ich auch kaum. Bekomme einfach nicht genug Stunden beim Kellnern und Betten machen war ich seit fast zwei Wochen nicht mehr mangels Bedarf. Von wegen es richtig „busy“! Seh ich nicht… Habe auf der Arbeit (Kellnern) ja versprochen bis nach Neujahr zu bleiben und das werde ich auch tun. Hat bei den Übernachtungspreisen grade sowieso keinen Sinn nach Sydney zu reisen. Kann ich mir gar nicht leisten!
Also Plan wie folgt: Onlinebewerbung starten und zweite Woche Januar ab nach Sydney, wo ich bleiben will, bis Christiane kommt. (Freu mich schon so sehr auf dich Süße!) Dort ist dann richtig arbeiten angesagt (hoffe ich) und Ablenkung hab ich ja auch nicht 🙂 Wobei Marie, die Kanadierin die mit mir kellnert, vielleicht auch nach Sydney kommt! Das wäre schön, vertraute Gesichter zu sehen.

Ja, viel Geld habe ich hier nicht gespart… Womit wir dann beim Verrücktetsten wären, was ich meinem Leben getan habe. Wer ist schon so bescheuert und springt aus einem Flugzeug? Ich hab es getan. War eigentlich mehr ne Schnapsidee und ich hab die Leute ja auch schon oft am Strand landen sehen. Also gestorben ist da keiner. Und soll ja auch richtig toll sein. Corinna war mal wieder die treibende Kraft. Leider hat sie nicht vergessen, dass ich, etwas angetrunken, zugesagt habe mit ihr zu springen. Abgesehen von dem vielen Geld, hatte ich schon ziemliche Angst vor dem Sprung. Genug Gründe gibt es, sowas  nicht zu tun. Inna wollte es nicht alleine machen, also hab ich mitgemacht.

Sind dann am nächsten Morgen um halb acht dorthin und mussten ein furchtbares Formular unterschreiben, daß wir niemanden verklagen und was dort alles passieren kann. War von Vorteil, daß mein Englisch nicht für das ganze Formular gereicht hat.  Dann mussten wir noch ziemlich lange warten, bis die Jungs ihre Schirme gepackt hatten und wir endlich loskonnten. Das Warten war fast das schlimmste. Das Miniflugzeug hat mir nicht so viel ausgemacht. Auch, dass es erst nicht starten wollte. Der Flug bis auf 4km Höhe war sehr schön. Man hat eine fantastische Aussicht! Meine Angst hat sich dabei auch noch in Grenzen gehalten. Der schlimmste Moment war, als die Tür aufgegangen ist und alles ganz schnell ging. Corinna ist dann als erstes raus und ich musste gleich hinterher. Hatte noch gar nicht den Schock der offenen Tür verdaut, als es schon rausging. War schon sehr beängstigend! Wenn man dann allerdings draußen ist, kann man sowieso nicht viel machen. Das ist dann halb so schlimm. Im freien Fall ca. 60 sek konnte ich nicht viel mehr als blaues Meer sehen, aber als der Fallschirm aufging, war es ein fantastischer Ausblick! Allerdings habe ich noch nie etwas gemacht, das mich so viel Überwindung gekostet hat. Das war dann am 22.12.

Kommen wie also zum Thema Weihnachten im Ausland/Australien/Sommer. Also wegen Weihnachten braucht man definitiv nicht hierher kommen. 24.12. musste ich arbeiten und das war auch gute Ablenkung. Hat den ganzen Tag geregnet und ich habe Christianes und meine Alice Springs Tour organisiert. Auch gute Ablenkung. Abends noch telefoniert, sonst nix genacht.

25.12. war dann wundervolles Strandwetter. Nicht zu heiß und die Sonne schien. Abgesehen von den Gezeiten, die so hoch waren, dass sie den ganzen Strand zerstört haben. Dieser wundervolle, weiße, breite Sandstrand ist nicht mehr vorhanden. Zyklonausläufer haben das Meer ziemlich unruhig werden lassen. Überall Äste und Dreck. Die Hightide kommt im Moment bis an den Anfang des Strandes und es ist wahnsinnig viel Sand weggespült worden. Ist Wahnsinn, wie oft sich die Küste hier verändert. Witzig war außerdem, daß jemand so bescheuert war, mit nem normalen Auto an den Strand zu fahren. Der steckt immer noch in den Felsen und das Auto ist verloren. Ist es schon nach nem halben Tag, weil das Salzwasser alles zerfrisst. Und das Meer ein Auto innerhalb von einem Tag im Sand versenkt.

Jedenfalls sind wir dann durchs Landesinnere zum Point gefahren und Corinna und ihr Freund waren surfen. Dort waren auch hohe Wellen aber der Strand wunderschön. Die Strömung ist echt wahnsinn und ich bin nicht sehr weit ins Wasser. Das war der schöne Teil.

Morgens habe ich noch gefragt, wann unser Christmas Dinner startet und war irritiert, daß es schon um 14h losgehen sollte. Viel zu früh, aber mein Kartoffelsalat war rechtzeitig fertig. Nun sind wir ja zum Point und wir wären alle gerne länger geblieben weil Wetter mal wieder schön war. Konnten am Strand zurück und waren trotzdem fast ne Stunde zu spät. (Mal ehrlich: Was soll das denn, so früh bei wunderschönem Wetter nach Tagen Regen…)

Sind wir angekommen, wird uns eröffnet, dass es eigentlich schon um 13h losgehen sollte. Wusste keiner von uns. So viel zu der tollen Organisation meines Vermieters. Der ist sowieso ein wenig seltsam manchmal und fängt an, mir auf die Nerven zu gehen. Rieke hat von ihrem Papa einen riesen Schinken aus Deutschland mitbringen lassen und mein Vermieter wusste das. Er hat trotzdem einen gekauft. Damit war Rieke dann auch ziemlich sauer. War ziemlich teurer, riesengroßer  Schinken. Die Stimmung war also im Eimer. Hatte ich mir anders vorgestellt… Ist halt nicht zuhause. Party war das ganze nicht. War auch früh zuende.

26.12. wieder arbeiten und es war sehr viel los. Die Stadt ist jetzt richtig voll. Weiß ich nicht, wo die alle herkommen. Bin jedenfalls im Moment in einer seltsamen Stimmung. Mix aus Heimweh und genervt sein. Wenigstens ist Wetter mal wieder schöner. Muss nur im Moment die Gezeiten beachten. Hightide ist jetzt seit 2 Std vorbei und es sollte wieder ein Stückchen Strand existieren wo ich mich gleich hinlegen werde.

Liebe Grüße in die Heimat und ich wünsche euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr. Ich werde wohl arbeiten müssen.