Also, es gibt eigentlich nicht so viel neues im Moment. Am Wochenede waren wir gleich zweimal am Double Island Point. Dort kommt man nur mit Allradantrieb ueber den Strand hin. Wunderschoene Landschaft! Es gibt hier ja die „coloured sands“, ganz viele, verschiedene Sandfarben und das kann man super sehen, wenn man am Strand langfaehrt.
Am Samstag haben wir dort geangelt und ich hab auch nen Fisch gefangen 🙂 Angeln macht mehr Spass, als ich dachte. Insgesamt waren das dann fuenf Fische, die wir abends bei Corinna gekocht haben. Haben sehr gut geschmeckt.
Den naechsten Tag sind wir dann dort zum Standup Paddeling hingefahren. Am Anfang war es richtig Wackelig, aber ich hab mich dann recht schnell dran gewoehnt und bin auch nur einmal ins Wasser gefallen. Bin auch gar nicht so schlecht gewesen. Es ist auch ganz schoen anstrengend! Gutes Workout fuer die Arme. Nen Sonnenbrand habe ich mir dank der besseren, australischen Sonnencreme nicht geholt, aber ich bin langsam schon richtig schoen braun. Ein Glueck vertrage ich die Sonnencreme. Sonst waere es echt ein Desaster mit der krassen Sonneneinstrahlung hier. Die ist mittlerweile schon ganz schoen stark, und das soll noch gar nichts sein.
Ansonsten habe ich in drei Tagen ein Vorstellungsgespraech im Shak Cafe. Da haengt schon seit zwei Wochen ein Aushang, aber gestern war die Chefin nicht da. Waere echt gut, wenn ich den Job bekaeme. Brauche so langsam mal Geld, damit ich nicht mehr von meinen Ersparnissen leben muss. Jetzt waere ein guter Zeitpunkt, mich da einzuarbeiten, weil die Saison vor der Tuer steht, aber es noch nicht zu stressig ist. (Corinna hat mir geraten, meinen Lebenslauf zu pimpen. Also habe ich jetzt drei Monate Kellnererfahrung 😉 Ausserdem ist es ganz nett, wenn ich mal ne Beschaeftigung habe. Nur am Strand liegen und lesen verliert langsam seinen Reiz. Obwohl ich bis Freitag noch genau das machen werde 🙂
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Von Festivals und wilden Tieren
Jetzt bin ich seit bald zwei Wochen in Rainbow Beach und mache immer noch Urlaub 🙂 Habe mich mittlerweile eingewöhnt. Seit vorgestern habe ich auch ein eigenes Zimmerchen und ein breites Bett für mich. Ich musste ein Glück nicht ins Hostel ziehen. Die letzte Woche habe ich mit bei Corinna im Zimmer gewohnt, und die wohnt ja bei Ihrer Chefin. Aber auf die Dauer wird es schon zu eng dort und ich bin auch ganz froh, nach drei Wochen auch mal wieder alleine in einem Zimmer zu schlafen. Nach acht Jahren eigener Wohnung bin ich das auch nicht mehr gewöhnt, kein eigenes Zimmer/Wohnung zu haben.
An Rainbow Beach habe ich mich jetzt ein bisschen gewöhnt, und obwohl es nur ein kleines Dorf ist (glaube ca. 1300 Einwohner) fühl ich mich hier eigentlich ganz wohl. Noch geht es mir nicht auf die Nerven, dass sich hier fast jeder zu kennen scheint (und dementsprechend schnell getratscht wird…). Natürlich ist es auch schön, dass Corinna hier ist. Ein vertrautes Gesicht ist echt gut. Ich werde ja sehen, wie lange ich es hier aushalte.
Im Moment ist es jedenfalls gut, hier zu sein. Und es gibt schon schlimmeres. Das Meer ist fünf Gehminuten entfernt und die Sonne scheint. (Hab mir gestern allerdings den ersten Sonnenbrand geholt. Ist nicht so einfach, sich alleine den Rücken einzucremen.)
Letzte Woche bin ich ja hier angekommen und Corinna hat abends noch Essen gemacht. Ich war echt froh über die Aussicht, nicht gleich wieder meinen ganzen Kram am nächsten Tag irgendwo hinschleppen zu müssen. Leider hab ich mir dann doch noch ne Erkältung eingefangen, aber jetzt ist sie wieder auf dem Rueckzug. Dabei war ich ja grad erst wieder gesund. Aber das kommt wohl davon, wenn man sich nicht auskurieren konnte.
Das Highlight letzte Woche war definitiv das Island Vibe Festival auf Stradbroke Island. Auf der Insel bin ich vorher noch nie gewesen. Die anderen auch nicht. Wir haben dort zu sechst ein Haus in der Nähe vom Festival gemietet. Also kein Campen auf dem Feld und Dixiklo wie in Deutschland.
Donnerstag früh sind dann losgefahren und nachmittags dort angekommen. Auf dem Weg dahin sind wir noch groß einkaufen gefahren, und zwar in einem super Ökosupermarkt (die sind alle ein bisschen alternativ und achten sehr auf „organic“). Der Einkauf war echt teuer, aber da durch sechs Personen geteilt wurde, ging es und wir hatten super Essen! Hier schmeckt man noch mehr Unterschied zwischen Bio und normalem Essen als in Deutschland. Wie soll ich mich nur wieder an Backpackeressen gewöhnen?
An dem gleichen Nachmittag sind wir dann noch ein bisschen über die Insel gefahren. In Amity Point hatten wir dann gleich zwei Highlights: Am Bootssteg ist auf einmal ein Delphin aufgetaucht und kam mehrmals wieder, um Hallo zu sagen. Das zweite war ein Koala, der im Baum dort saß. Die Vögel wollten ihn nicht mehr dort haben und er musste in einen anderen Baum umziehen. Auf dem Weg dahin hat er Pausen gemacht und fast ein wenig dabei posiert ?
Weitere Wildniserlebnisse folgten dann am nächsten Morgen. Auf einmal war Lärm auf dem Dach und es hörte sich an, als wenn was auf dem Dach herumläuft, und zwar ziemlich laut. Ursache dafür war eine Schlange (Python) auf dem Dach und die Vögel sind deswegen ausgerastet. Diese Schlange hing dann nachher im Baum direkt bei unserem Haus. Und klein war sie nicht!
Den Morgen danach hatten wir dann eine große Huntsmanspinne in der Küche an der Wand hängen. Ein Glück hat der einzige Mann im Bunde sie dann hinausgebracht. Sie war handtellergroß und soll noch ein kleines Exemplar gewesen sein. Soviel zur Wildnis in Australien ?
Das Festival war übersichtlich und nicht zu groß. Alles war schön dekoriert und bunt (Reggae war ja Schwerpunkt) und die Leute alle sehr entspannt. Es war lange nicht so groß wie Festivals in Deutschland aber das war schön so. Vier Bühnen waren über das Gelände verteilt und ein paar echt gute Musiker haben dort gespielt. Ein Glück war das meiste nicht a la Bob Marley.
Ich hatte befürchtet, das alle zugedröhnt wären, aber das war nicht der Fall. Alkohol wurde nur an einem Punkt verkauft und das Zelt war abgetrennt. Man musste dort auch alles austrinken. Also keine Massen an betrunkenen Leuten. Das ganze war auch für Familien gedacht.
Abends waren wir dann noch bei Freunden von Corinna und Rieke in deren Ferienhaus und das war bestimmt zwei Klassen besser als unseres. Man hatte von dort einen super Meerblick und wir konnten Wale vorbeischwimmen sehen. Das hatte schon was, den Sonnenuntergang von dort zu genießen. Leider mussten wir Sonntag schon wieder zurückfahren, weil Rieke arbeiten musste und Inna und ich nach Gympie fahren wollten.
In Gympie habe ich dann endlich mein Bankkonto eröffnet und jetzt fehlt nur noch die Taxfilenumber. Dann muss ich nur noch nen Job finden und ich werde es wohl doch erstmal in Rainbow Beach versuchen und dann noch bis Neujahr noch hier bleiben. Es lohnt sich nicht, nur für sechs Wochen nach Sydney zu gehen, wenn ich doch über Weihnachten wieder hier her fahre. Außerdem ist Sydney über Weihnachten unerschwinglich teuer und die Hostels fast alle schon ausgebucht. Es ist auch ganz nett, das ich hier schon ein paar Leute kennen gelernt habe. Jobmässig hängt hier was in einem Cafe aus und ich werde mich nächste Woche mal dort vorstellen. Ich hoffe, dass ich hier was bekommen kann… Hab immer noch Befürchtungen, dass mein Englisch nicht für nen Kellnerjob reicht, aber bleibt ja nichts anderes über, als es zu versuchen. Mir sagen alle, mein Englisch wäre gut, aber manchmal fehlen die Worte und ich weiß nicht, ob es flüssig genug ist. Verstehen tue ich eigentlich alles und englische Bücher lesen klappt auch gut (hab jetzt endlich mehrere gebrauchte Bücher gefunden. Gympie war da echt ne Goldgrube! Ohne Lesen ist es nicht auszuhalten für mich. Konnte wegen Gewicht ja nix deutsches mitnehmen). Ich werde erstmal meinen Lebenslauf pimpen und Corinna fragen, was ich beachten muss. Also auf gut Glück!
PS: Vielen Dank Christiane für die tolle, wasserdichte Schwimmbrille. Die habe ich heute ausführlich getestet. Die dunkle Tönung ist auch super!









