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Neuseeland geht in die Verlängerung!

Irgendwie ist so viel passiert in so kurzer Zeit, dass ich es nicht mehr geschafft habe, meinen Blog aktuell zu halten. Fotos sind der Einfachheit halber auf Facebook. Dauert mit meinem Blog auch immer so lange. Ein anderer Teil (leider auf englisch) ist im Blog eines Mitreisenden. Der BBC Journalist, den ich auf der Südinsel kennen gelernt habe: www.afishoutofgrimsby.com, die Artikel im Juni sind welche, in denen ich auch vorkomme.

Ich habe so viel hier gesehen, dass es sinnfrei ist, jetzt alles hier aufzuschreiben. Aber Neuseeland gefällt mir sehr gut. Die Leute sind noch freundlicher und hilfsbereiter als in Australien. Über die Australier haben viele Kiwis auch keine besonders gute Meinung. Habe noch nicht genau herausgefunden warum. Scheint so ein Ding zu sein wie mit Deutschen und Holländern. Kann man nicht so richtig erklären, ist aber so.
Mir kommt es jedenfalls vor, als wenn ich schon Ewigkeiten von zu Hause weg bin und auch ewig nicht in Australien war. Dabei sind es gerade sechs Wochen her, in denen aber so viel passiert ist.

Die Entscheidung mit MagicBus hat sich als sehr gut herausgestellt. Habe dort eine Menge nette Leute kennen gelernt, mit denen ich eine Menge tolle Sachen gemacht habe. Kleine Auswahl: Helikopterflug auf einen Gletscher, eine super tolle Partynacht in Queenstown, Delphinschwimmen, einen Fishingtrip incl. Crayfishessen (so ne Art Hummer) und einen Ausflug nach Paradise. Und die Landschaft an sich ist atemberaubend schön. Was die Busfahrt erträglich macht. Hab es auch fast immer geschafft vorne zu sitzen. Nur der Ausflug nach Milford Sounds nach der Partynacht in Queenstown war dann doch ein wenig zu viel für meinen Magen.

Es waren eigentlich nur vier Wochen geplant, aber als ich zurück in Auckland war, habe ich mich entschlossen länger zu bleiben. In Australien habe ich eigentlich alles gesehen und die Westküste kann ich immer noch machen. Die letzten vier Monate will ich sowieso nicht mehr arbeiten. Da ich hoffentlich genug Steuern aus Australien zurück bekomme, sollte es geldmäßig auch ausreichen. Neuseeland ist günstiger und trotz der Kälte auch im Winter gut zu bereisen. Gestern habe ich es endlich geschafft meine Steuererklärung zu machen 🙂

Habe im Moment erstmal für weiter vier Wochen verlängert, aber lasse es offen, ob es mehr wird. Ich fange wirklich an, diese Art von Freiheit zu genießen, und ich weiß nicht, wie es mir zurück in Deutschland geht. Dort ist doch alles viel eingeengter. Alles muss nach Schema laufen…

Einziger Nachteil ist das Hostelleben, welches mir nach 5 Monaten doch erheblich auf den Geist geht. Die Hostels hier sind schon schöner als in Australien. Oder sagen wir eher, man bekommt mehr fürs Geld. Wenn man in Australien viel bezahlt, bekommt man ja auch schöne Hostels. Kann ich mir ja nur nicht leisten!
Im Moment bin ich für ein paar Tage in Nelson/South Island und will einfach nur meine Ruhe haben. Aber alle zwei Tage läd der MagicBus seine Leute in mein Zimmer ab und alle reisen den nächsten Tag weiter. Wird dann keine Rücksicht genommen auf Leute, die noch schlafen wollen. Licht an, laut reden und mit Plastiktüten rascheln. Echt nervig! Aber die Zeit vergeht so schnell und bald bin ich wieder zurück im Alltagstrott. Solange genieße ich es, das ich machen kann, was ich will.

Und ab auf die Südinsel!

Wieder hieß es früh aufstehen. So wie die ganzen nächsten Tage auch. Abgesehen von zwei Tagen in Queenstown ist jeden Tag volles Programm. Komme nicht mehr dazu, mich zu langweilen.

Wellington ist auch morgens kalt und windig. Ein Glück gab es einen Shuttleservice zum Fährterminal. Ansonsten ist dieses nicht zu erreichen, außer man möchte 45 min zu Fuß gehen. Dafür habe ich immer noch definitiv zu viel Gepäck. Ich verstehe immer noch nicht wie andere das machen. Die scheinen alle weniger als ich zu haben.

Im Fährterminal ist es, wie nicht anders zu erwarten, furchtbar kalt. Das Schiff ist definitiv ein Schiff. Größer als ich erwartet habe. Man hat uns vorgewarnt, dass es ziemlich ungemütlich werden könnte. Also Reisetabletten geschluckt, die Guten von Christiane 🙂

Wieder Erwarten ist die ganze Überfahrt halb so schlimm. Die letzte Stunde war absolut ruhig und fast eine kleine Kreuzfahrt. Das letzte Stück nach Picton ist durch die Marlborough Sounds und wir haben sogar Delphine gesehen! Insgesamt dauerte die Überfahrt dreieinhalb Stunden. Haben eine Stunde gewartet, bis wir endlich abgelegt sind und dadurch waren wir eine halbe Stunden zu spät. Mein MagicBus soll mich ja am Fährterminal abholen. Hatte jetzt nur noch eine Viertelstunde um mein Gepäck zu holen und den Bus zu finden.

Da hier in Neuseeland ja alles sehr klein ist, hatte ich keine Probleme mein Gepäck und Bus zu finden. Und im Bus saß dann eine nette Überraschung: Phil, der schon auf der Nordinsel mitgereist ist, war auch wieder da. Wenigstens einer, den ich schon kannte. Er ist gestern gekommen und hat gesagt, es waren meterhohe Wellen und das halbe Schiff hat gekotzt. Habe ein Video gesehen, welches das Schiff zeigt. Es wird überspült mit Wasser! (siehe Phils Blog. Auf der MagicBus Facebook Page) Habe später herausgefunden, dass er auch ein Jahr Auszeit macht und in England bei der BBC arbeitet. Fürs Lokalfernsehen als Reporter. Also richtig im Fernsehen und so. Er hat auch einen Blog und versucht Magic Bus zu helfen, mehr Kunden für die Winterzeit zu bekommen. Dadurch kann er ziemlich viele Sachen umsonst machen. Hört sich im ersten Moment unfair an, aber er arbeitet ja quasi auch dafür. Sonst hat er auch nicht mehr viel Geld von seiner Weltreise übrig. Er ist jedenfalls super nett, und der Rest der Gruppe im Bus auch. Der Fahrer ist sehr neu, aber am nächsten Tag soll dann ein neuer kommen, der auch viel über das Land weiß. Ist immer komisch, sich an einen neuen Fahrer zu gewöhnen. Da ich wegen meinem Übelkeitsproblem versuche vorne zu sitzen, kann ich mich immer gut mit denen unterhalten. Ich hoffe, ich bekomme auf der Nordinsel nach Auckland zurück wieder den lustigen Guide.

Auf der Fahrt nach Nelson haben wir noch ein kleines Winetasting gemacht (gibt hier viel mehr Weingüter als ich dachte) Die Fahrt und Landschaft an sich war relativ unspektakulär bis wir an die Küste kamen. Schönes Wetter hatten wir und in Nelson war das Meer absolut windstill und spiegelglatt! Wie auf einer Postkarte. Leider gab es keinen Weg am Hafen längst. Bin dann so durch die Stadt gelaufen und habe mir was zum Essen geholt.

Die ganze Stadt ist klein und gemütlich. Der kleine Fluss ist glasklar. Überhaupt alles Wasser. Und das Wasser hat hier ein spektakuläres Blau. Sogar wenn die Sonne nicht mehr scheint. Meine Hostel ist endlich mal schön warm und ich bekomme sogar eine leckere Suppe ganz umsonst. Früh aufstehen heißt es morgen und ab zum Franz Josef Gletscher!