Whitianga/Cathedral Cove/Hot Water Beach
Der Weg zu meinem pick up point war ein Glück nicht all zu weit. Leider musste ich sehr früh aufstehen, wie leider an sehr vielen Tagen auf dieser Tour. Habe aber noch mal Frühstück bekommen. Kann den Weißtoast schon wieder nicht mehr sehen. Nach nur vier Tagen! Ich habe noch nicht herausgefunden, wo man hier vernünftiges Brot bekommt. Überhaupt sind Lebensmittel hier genauso, wenn nicht noch teurer (abgesehen von Kiwis) als in Australien. Und weniger Auswahl. Nicht mal anständiges Müsli haben die hier. Und das ist meine einzige Frühstücksalternative….
Der Bus war pünktlich da, der Fahrer ist auch so ne Art Guide und man kann aussteigen, wann man will. Hop on, hop off nennt sich das. Während man fährt, erzählt der Fahrer einem immer auch was zu den Landschaften, Gegenden durch die man fährt, man kann Wanderungen machen und wird auf die Ausflüge hingewiesen, die man so machen kann. Nebenbei hat man auch noch Reisegesellschaft. Quasi ne Gruppenreise, von der man aber auch mal ne Pause haben kann. Ich hab leider nicht ganz so viele, weil der Bus nur alle zwei bis drei Tage fährt und ich in vier Wochen wieder zurück in Auckland sein muss. Eine Deutsche in meinem Bus hat sogar nur 13 Tage Zeit. Und ich dachte, meine Reise wird stressig.
In Thames musste ich den Bus (in einen Kleineren) wechseln, weil ich die „Coromandel Escape“ dazugebucht hatte. Eine Halbinsel, die leider viel zu bergig und deren Straßen absolut zu kurvig sind! Für die Rückfahrt nach Thames muss ich unbedingt Reisetabletten nehmen. Mir ist natürlich wieder schlecht geworden. Aber zum Äußersten kam´s nicht, obwohl ich einmal dachte, ich müsste den Fahrer bitten, anzuhalten. Werde mir das nächste Mal Einkaufstüten mitnehmen, nur für alle Fälle… Der Toast lag mir die ganze Zeit seit dem Morgen schwer im Magen. Also auch kein Frühstück das nächste Mal.
Wenigstens wurde ich dann ein wenig durch die beeindruckende Landschaft entschädigt! Grüne Hügel, Massen an Schafen und blaues, absolut stilles Meer. Seit der Ostsee habe ich kein Meer ohne Wellen mehr gesehen. (Gut, ist auch ne geschützte größere Bucht. Ansonsten ist die Küste glaube ich ziemlich stürmisch) Wetter war die letzten Tage auch überwiegend schön. Meist sonnig. Und in der Sonne echt warm. Zwiebelschichten tragen ist definitiv ne gute Idee. Denn ohne Sonne wird es leider auch ganz schön kalt. Und das Wetter wechselt auch mal von einer Sekunde auf die andere.
Der Bus hat mich netterweise direkt am Hostel abgesetzt und das lag dort wie verlassen. Habe geklingelt und es hat erstmal gedauert, bis jemand kam. Ich wollte nach der anstrengenden, übelkeitserregenden, vierstündigen Fahrt nur noch ins Zimmer und mich erholen. Als die Hostelbesitzerin kam, habe ich erstmal ne gründliche Einweisung in die Regeln bekommen. Sogar wo, im Falle eines Feuers, wir uns versammeln sollen. Die Heizung hat sie übrigens wegen ein paar dummen Backpackern entfernt, die ihre Kleider drauf getrocknet haben. Achja, und kein Alkohol in den Zimmern, weil sie Angst um ihre Teppiche hat 🙂
Ansonsten war sie aber sehr nett und hat mir den wertvollen Tipp gegeben, dass hier noch zwei andere Mädels eingecheckt haben, die morgen zur Cathedral Cove und zum Hot Water Beach wollen. Ich sollte die mal fragen, ob sie mich mitnehmen. Sie wären aber jetzt Mittagessen gefahren. Haben nämlich ein Auto die Beiden 🙂 Hostel war noch niemand da und ich habe mich erstmal aufs Ohr gelegt. Dann gegen Abend dachte ich mir, ich sollte doch mal einen Blick in die „Stadt“ werfen. Diese ist ein wenig größer als Rainbow Beach und Geschäfte waren alle zu. Feiertag: Queens Birthday! Der Strand war allerdings interessant. Habe noch nie so viele große Muscheln auf einen Haufen gesehen. Auch Austernmuscheln. Wie gerne würde ich welche sammeln und nach Hause mitnehmen! Leider unmöglich da ich, a) sowieso zu viel Gepäck habe und b) nicht ins Gefängnis möchte. Man weiß ja nie, welche von den Muscheln doch unter Naturschutz ist.
Dann bin ich wieder zurück ins Hostel, habe mir was zum Essen gemacht und auf die Mädels gewartet, die ich ja kennen lernen wollte. Mich also imGemeinschaftsraum aufgehalten. Hat übrigens super geklappt. Beide total offen und freundlich. Haben mir Wein angeboten und mich gefragt, was ich den nächsten Tag mache. Wollten auch zur Cove und Beach und haben mir gleich angeboten, mich mitzunehmen. Besser hätte das gar nicht laufen können!
Der nächste Tag war auch super schön. In Gesellschaft ist sowieso alles besser und die beiden sind auch schon älter und halt auch sehr nett. Leider ist mir hinten im Auto fast wieder schlecht geworden (manchmal werde ich auch nicht schlauer…), aber hab´s durchgehalten. Als erstes sind wir zur Cathedral Cove gefahren. Das ist ein riesiger Felsen am Strand, der ein Loch in der Mitte hat. Sehr beeindruckend, auch wenn ich mir den von Fotos her größer vorgestellt hatte. Leider mussten wir dann auch etwas länger dorthin laufen. Wie schon mal erwähnt, ist halt nicht direkt am Parkplatz gewesen. Aber hat sich definitiv gelohnt und habe mal wieder was für meine schwindende Fitness getan.
Danach sind wir gleich weiter zum Hot Water Beach gefahren und für mich war es definitiv ein Highlight (und ein guter Grund hier zu wohnen): Man geht bei Ebbe an den Strand, gräbt sich ein Loch und dieses füllt sich dann mit heißem Wasser! Unglaublich, aber direkt unter dem Sand ist so viel geothermische Aktivität, dass es ausreicht um sich fast zu verbrennen. Ein wenig beunruhigend allerdings auch. Das Wetter war leider nicht ganz so toll. Bedeckt und frisch, und pünktlich zur Ankunft hatte es angefangen zu regnen. Eine Frau hat uns dann gesagt, wir sollten unbedingt dort hingehen, und Löcher wären auch schon gegraben. Also sind wir dann dorthin und haben uns bei dem kühlen Wetter tatsächlich in unsere Bikinis geschmissen.
Das Wasser in den Kuhlen war tatsächlich sehr warm und in einer anderen sogar super heiß!! Es war so gut, dass ich mit meiner einen Mitstreiterin gleich danach noch ins Meer gegangen sind. War kalt, aber fast wie nach dem Saunagang. Das vermisse ich übrigens sehr an Australien. Noch einmal ins heiße Wasser und zum Schluss ein zweites Mal Ozean. Herrlich!!
Nicht ganz so toll war, dass ich den zweiten Socken irgendwo verloren habe… Wie gut, dass die Waschmaschine schon mal einen gefressen hatte, so dass ich noch einen Ersatzsocken hatte. Leider nicht in schwarz, sondern in lila. Aber wen kümmert das schon. Trage sowieso immer meine Wanderschuhe.
Nächster Stopp war an einer kleinen Winery, in der man was essen und anschließend einer Weinprobe beiwohnen konnte. Der Wirt war ein Kiwi, der anscheinend ein Original war. Der Akzent war teilweise schwierig für mich zu verstehen, weil er zu Teil sehr schnell geredet hat. Aber es war urgemütlich, die Pizza lecker und die Weinprobe super lustig. Er hat eine Anekdote nach dem anderen erzählt. Habe übrigens an dem urigen, kleinen Haus das erste Mal Kiwibäume gesehen. Alles in allem ein sehr schöner Tag. Von mir aus kann das gerne so weiter gehen.
Morgen geht es dann schon wieder weiter. Nächster Stopp Rotorua und danach vier Tage Taupo. Endlich ausschlafen!





