Monatliches Archiv:Juni 2012

Mehr von geothermischen Aktivitäten!

Zweite Etappe: Whitianga-Rotorua, Rotorua-Taupo

Nach der zweiten, kalten Nacht in meinem „Einzelzimmer“ (Nebensaison ist echt mal angenehm! Keine weiterer hat in das Sechsbettzimmer eingecheckt) ging es früh morgens weiter nach Thames und von dort mit dem MagicBus nach Rotorua. Diesmal habe ich mich gut vorbereitet und meine Reisetabletten rechtzeitig genommen und nur ne Banane gegessen. (Ich bin echt erstaunt, wie gut die helfen. Sind rein pflanzlich, nur Ingwer drin. Und keine Übelkeit :-))

In Thames dann eine angenehme Überraschung: Der Tourguide von Montag war wieder da. Hatte mit jemand anderem gerechnet, weil eine Runde um die Nordinsel eigentlich länger dauert. Die Gruppe ist auch sehr nett und gut gemischt, auch vom Alter her. Sind auch ein paar ältere Leute dabei (was heißt schon älter, halt zwischen 25-35 Jahren. Nicht die 18-20 jährigen (Sauf-)Teenies wie bei KiwiExperience. Hatte mich vorher ja schlau gemacht)

Ich war ja ein wenig skeptisch am Anfang, wegen Gruppenreise und so. Aber dadurch, dass man selbst entscheiden kann, wann und wo man aussteigt, ist das ganze sehr flexibel. Und muss sagen, ich finde es sehr angenehm, dass man gleich Leute hat, mit denen man die gleiche Strecke reist. Der Busfahrer ist auch noch jung und so macht die ganze Sache doch echt Spaß!
Der erste Stopp war dann in einem Ort, an dem seine Lieblingsbrause erfunden wurde. L&P. Lemon und Paeroa (oder so ähnlich). Schmeckt ähnlich wie Sprite, nur nicht so süß.
An der Riesenflasche im Ort haben wir dann das erste Gruppenfoto gemacht. Lunchstop war am „Shires Rest“, was Herr der Ringe Fans bekannt vorkommen dürfte. Die Möglichkeit Hobbiton, eines der Filmsets, zu besuchen war zwar verlockend, aber dann doch zu teuer. Die Landschaft sieht aber schon sehr nach Hobbingen aus.

Danach dann weiter nach Rotorua, wo wir eine kleine Stadtrundfahrt gemacht haben und den ersten Eindruck von geothermischer Aktivität in diesem Ort. Und dass ist nicht gerade wenig! In der ganzen Stadt dampft es und das sind heiße Quellen. Weil es ja recht frisch hier ist (friere mir bei 12°C den A… ab!), kann man den Dampf sehr gut sehen. Dieser wird zu Heizen benutzt und um Warmwasser zu erzeugen. (Je nach Windlage riecht man das auch. Riecht nämlich mehr oder weniger stark nach faulen Eiern!)
Mein Hostel hatte dann auch die erste Zentralheizung, die ich seit meiner eigenen Wohnung gesehen habe! Und ich hab vergessen, wie schön es ist, auf dem Weg zum Klo nicht zu frieren 🙂 Das letzte Hostel in Whitianga hatte für den zweiten Stock anscheinend nur begrenzt Heißwasser. Hatte die schlimmste Dusche aller Zeiten! Hat grade zum Haare waschen gereicht… Mal davon abgesehen, dass überall Fenster und Türen aufgerissen waren…brrr…

Der Toptipp für diesen Abend war dann ein traditionelles Maoridinner mit Kultureinführung und Show. Leider ziemlich teuer, aber hab ja schon den Ausflug zum Hot Water Beach gespart und deshalb den Preis in Kauf genommen. Außerdem sind auch von meiner Gruppe einige mitgekommen, so dass ich nicht alleine hin musste. Noch ein guter Aspekt an dieser Art zu Reisen. Sowieso sehr nette Leute. Zwei Deutsche, zwei Engländer, ein Belgier, ein brasilianisches Ehepaar und eine US-Amerikanerin (die selber zugibt, dass die Amis nicht besonders viel reisen. Habe auch kaum welche getroffen. Wundert mich allerdings schon…)

Die Show und das Maoridorf waren sehr interessant und das Essen echt vorzüglich. Wurde alles traditionell im Erdofen gegart. Der Nachtisch war auch der Hammer. Pavlova, aber ein richtig gutes. Musste gleich dreimal hingehen um auch dem Preis gerecht zu werden. War auf jeden Fall ein schöner Abend.

Am nächsten Morgen hieß es dann früh aufstehen, denn ich hatte mich für einen Ausflug ins Wai-O-Tapu Geothermal Wonderland angemeldet. Dort kann man einen Geysir bestaunen und was die Vulkane alles mit der Landschaft anstellen: Kochende Tümpel, Säureseen usw. Die sollten mich dann vom Hostel abholen… es kam nur keiner!
Hatte gestern zweimal den Tourguide gefragt. Ja, die holen mich vom Hostel ab, dann Wai-O-Tapu und von dort holt mich dann der MagicBus ab. Gepäck mitnehmen, no worries! Nun war es immer noch möglich, von Rotorua mit dem MagicBus weiter zu fahren. Wäre auf jeden Fall weggekommen, aber wollte ja unbedingt diesen Park sehen!!
Nach 40 Minuten war immer noch niemand dort, aber zum Glück hat noch eine Koreanerin auf ihre Tour gewartet. Und der Fahrer meinte dann, die werden jetzt auch nicht mehr kommen, aber er könnte mich gerne mitnehmen. Dann kann ich den Ausflug machen und wir treffen den Bus dann dort. Gesagt, getan und ich musste ihm nicht mal was bezahlen 🙂 Die sind echt nett hier!
Am Geysir, dem sie mit Tensiden nachhelfen, damit er auch jeden Tag zur gleichen Zeit ausbricht, haben wir meinen Bus getroffen. Die hatten nen anderen Abholort für mich aufgeschrieben. Wie gut, dass ich mit dem Fahrer mit bin!
Leider musste ich dann doch noch Geld fürs Ticket bezahlen. Es hat sich aber auch gelohnt! Wie die Bilder beweisen.

Der MagicBus hat mich pünktlich abgeholt, sowie das brasilianische Päarchen, das ich im Wonderland wieder getroffen hatte. Ohne große Unterbrechung gings dann ab nach Taupo. Und dort gab es ein absolutes Highlight! Und sogar umsonst 🙂 Dank unserem Busfahrer. Der hat uns angeboten, uns zu einem natürlichen Hotwaterpool zu fahren. Wir sollten nur alle schnell einchecken, Gepäck ins Zimmer und uns in Badeklamotten schmeissen. Er hat uns dann dort hingefahren. Nur zurück mussten wir gehen. Noch ein Vorteil mit einer kleinen Gruppe. Hätte er sonst vielleicht nicht getan.

Wasser war ca. 40°C und Lufttemperatur ca. 12°C

Das war mit das coolste, was ich je in meinem Leben gesehen habe!! Ein kleiner Nebenbach wird anscheinend unterirdisch aufgeheizt und kommt ein einer Stelle wieder heraus, ergießt sich über mehrere kleiner Terrassen in den großen Fluss von Taupo. Also hat man mehrere kleine Pools mit Wasserfall und das Wasser ist mind. 38-40°C heiß!! Angenehmste Badetemperatur 🙂 Also macht es gar nichts mehr aus, dass es draußen furchtbar kalt ist, weil man richtig toll aufheizen kann in diesen Pools. Ich bin immer noch beeindruckt von diesem heißen Wasser, mitten aus der Erde. (Muss zugeben, auch ein wenig beunruhigt ab und zu… ist schon eine Vulkanzone hier)
Wir haben uns es dann 2,5std lang in diesen Pools gut gehen lassen. (Hat schon was im kalten Winter mit nem kalten Bierchen in nem heißen Pool zu sitzen) Ist fast so gut wie Sauna und ich könnte den ganzen Tag dort verbringen. Ist alles natürlich und kein bisschen von Menschen gemacht.

Ein netter Abend in der Backpackerkneipe hat das ganze dann perfekt abgerundet. Ich bin von der Nordinsel schon beeindruckt, aber man hat mir erzählt, dass die Südinsel um einiges beeindruckender sein soll. Was soll noch besser sein als Hotpools mitten in der Landschaft?? Ich bin gespannt!

Ich grabe mir meinen eigenen Hotpool!

Whitianga/Cathedral Cove/Hot Water Beach

Der Weg zu meinem pick up point war ein Glück nicht all zu weit. Leider musste ich sehr früh aufstehen, wie leider an sehr vielen Tagen auf dieser Tour. Habe aber noch mal Frühstück bekommen. Kann den Weißtoast schon wieder nicht mehr sehen. Nach nur vier Tagen! Ich habe noch nicht herausgefunden, wo man hier vernünftiges Brot bekommt. Überhaupt sind Lebensmittel hier genauso, wenn nicht noch teurer (abgesehen von Kiwis) als in Australien. Und weniger Auswahl. Nicht mal anständiges Müsli haben die hier. Und das ist meine einzige Frühstücksalternative….

Der Bus war pünktlich da, der Fahrer ist auch so ne Art Guide und man kann aussteigen, wann man will. Hop on, hop off nennt sich das. Während man fährt, erzählt der Fahrer einem immer auch was zu den Landschaften, Gegenden durch die man fährt, man kann Wanderungen machen und wird auf die Ausflüge hingewiesen, die man so machen kann. Nebenbei hat man auch noch Reisegesellschaft. Quasi ne Gruppenreise, von der man aber auch mal ne Pause haben kann. Ich hab leider nicht ganz so viele, weil der Bus nur alle zwei bis drei Tage fährt und ich in vier Wochen wieder zurück in Auckland sein muss. Eine Deutsche in meinem Bus hat sogar nur 13 Tage Zeit. Und ich dachte, meine Reise wird stressig.

In Thames musste ich den Bus (in einen Kleineren) wechseln, weil ich die „Coromandel Escape“ dazugebucht hatte. Eine Halbinsel, die leider viel zu bergig und deren Straßen absolut zu kurvig sind! Für die Rückfahrt nach Thames muss ich unbedingt Reisetabletten nehmen. Mir ist natürlich wieder schlecht geworden. Aber zum Äußersten kam´s nicht, obwohl ich einmal dachte, ich müsste den Fahrer bitten, anzuhalten. Werde mir das nächste Mal Einkaufstüten mitnehmen, nur für alle Fälle… Der Toast lag mir die ganze Zeit seit dem Morgen schwer im Magen. Also auch kein Frühstück das nächste Mal.

Wenigstens wurde ich dann ein wenig durch die beeindruckende Landschaft entschädigt! Grüne Hügel, Massen an Schafen und blaues, absolut stilles Meer. Seit der Ostsee habe ich kein Meer ohne Wellen mehr gesehen. (Gut, ist auch ne geschützte größere Bucht. Ansonsten ist die Küste glaube ich ziemlich stürmisch) Wetter war die letzten Tage auch überwiegend schön. Meist sonnig. Und in der Sonne echt warm. Zwiebelschichten tragen ist definitiv ne gute Idee. Denn ohne Sonne wird es leider auch ganz schön kalt. Und das Wetter wechselt auch mal von einer Sekunde auf die andere.

Der Bus hat mich netterweise direkt am Hostel abgesetzt und das lag dort wie verlassen. Habe geklingelt und es hat erstmal gedauert, bis jemand kam. Ich wollte nach der anstrengenden, übelkeitserregenden, vierstündigen Fahrt nur noch ins Zimmer und mich erholen. Als die Hostelbesitzerin kam, habe ich erstmal ne gründliche Einweisung in die Regeln bekommen. Sogar wo, im Falle eines Feuers, wir uns versammeln sollen. Die Heizung hat sie übrigens wegen ein paar dummen Backpackern entfernt, die ihre Kleider drauf getrocknet haben. Achja, und kein Alkohol in den Zimmern, weil sie Angst um ihre Teppiche hat 🙂

Ansonsten war sie aber sehr nett und hat mir den wertvollen Tipp gegeben, dass hier noch zwei andere Mädels eingecheckt haben, die morgen zur Cathedral Cove und zum Hot Water Beach wollen. Ich sollte die mal fragen, ob sie mich mitnehmen. Sie wären aber jetzt Mittagessen gefahren. Haben nämlich ein Auto die Beiden 🙂 Hostel war noch niemand da und ich habe mich erstmal aufs Ohr gelegt. Dann gegen Abend dachte ich mir, ich sollte doch mal einen Blick in die „Stadt“ werfen. Diese ist ein wenig größer als Rainbow Beach und Geschäfte waren alle zu. Feiertag: Queens Birthday! Der Strand war allerdings interessant. Habe noch nie so viele große Muscheln auf einen Haufen gesehen. Auch Austernmuscheln. Wie gerne würde ich welche sammeln und nach Hause mitnehmen! Leider unmöglich da ich, a) sowieso zu viel Gepäck habe und b) nicht ins Gefängnis möchte. Man weiß ja nie, welche von den Muscheln doch unter Naturschutz ist.

Dann bin ich wieder zurück ins Hostel, habe mir was zum Essen gemacht und auf die Mädels gewartet, die ich ja kennen lernen wollte. Mich also imGemeinschaftsraum aufgehalten. Hat übrigens super geklappt. Beide total offen und freundlich. Haben mir Wein angeboten und mich gefragt, was ich den nächsten Tag mache. Wollten auch zur Cove und Beach und haben mir gleich angeboten, mich mitzunehmen. Besser hätte das gar nicht laufen können!

Der nächste Tag war auch super schön. In Gesellschaft ist sowieso alles besser und die beiden sind auch schon älter und halt auch sehr nett. Leider ist mir hinten im Auto fast wieder schlecht geworden (manchmal werde ich auch nicht schlauer…), aber hab´s durchgehalten. Als erstes sind wir zur Cathedral Cove gefahren. Das ist ein riesiger Felsen am Strand, der ein Loch in der Mitte hat. Sehr beeindruckend, auch wenn ich mir den von Fotos her größer vorgestellt hatte. Leider mussten wir dann auch etwas länger dorthin laufen. Wie schon mal erwähnt, ist halt nicht direkt am Parkplatz gewesen. Aber hat sich definitiv gelohnt und habe mal wieder was für meine schwindende Fitness getan.

Danach sind wir gleich weiter zum Hot Water Beach gefahren und für mich war es definitiv ein Highlight (und ein guter Grund hier zu wohnen): Man geht bei Ebbe an den Strand, gräbt sich ein Loch und dieses füllt sich dann mit heißem Wasser! Unglaublich, aber direkt unter dem Sand ist so viel geothermische Aktivität, dass es ausreicht um sich fast zu verbrennen. Ein wenig beunruhigend allerdings auch. Das Wetter war leider nicht ganz so toll. Bedeckt und frisch, und pünktlich zur Ankunft hatte es angefangen zu regnen. Eine Frau hat uns dann gesagt, wir sollten unbedingt dort hingehen, und Löcher wären auch schon gegraben. Also sind wir dann dorthin und haben uns bei dem kühlen Wetter tatsächlich in unsere Bikinis geschmissen.
Das Wasser in den Kuhlen war tatsächlich sehr warm und in einer anderen sogar super heiß!! Es war so gut, dass ich mit meiner einen Mitstreiterin gleich danach noch ins Meer gegangen sind. War kalt, aber fast wie nach dem Saunagang. Das vermisse ich übrigens sehr an Australien. Noch einmal ins heiße Wasser und zum Schluss ein zweites Mal Ozean. Herrlich!!
Nicht ganz so toll war, dass ich den zweiten Socken irgendwo verloren habe… Wie gut, dass die Waschmaschine schon mal einen gefressen hatte, so dass ich noch einen Ersatzsocken hatte. Leider nicht in schwarz, sondern in lila. Aber wen kümmert das schon. Trage sowieso immer meine Wanderschuhe.

Nächster Stopp war an einer kleinen Winery, in der man was essen und anschließend einer Weinprobe beiwohnen konnte. Der Wirt war ein Kiwi, der anscheinend ein Original war. Der Akzent war teilweise schwierig für mich zu verstehen, weil er zu Teil sehr schnell geredet hat. Aber es war urgemütlich, die Pizza lecker und die Weinprobe super lustig. Er hat eine Anekdote nach dem anderen erzählt. Habe übrigens an dem urigen, kleinen Haus das erste Mal Kiwibäume gesehen. Alles in allem ein sehr schöner Tag. Von mir aus kann das gerne so weiter gehen.

Morgen geht es dann schon wieder weiter. Nächster Stopp Rotorua und danach vier Tage Taupo. Endlich ausschlafen!