Tägliches Archiv:6. Juni 2012

Ich grabe mir meinen eigenen Hotpool!

Whitianga/Cathedral Cove/Hot Water Beach

Der Weg zu meinem pick up point war ein Glück nicht all zu weit. Leider musste ich sehr früh aufstehen, wie leider an sehr vielen Tagen auf dieser Tour. Habe aber noch mal Frühstück bekommen. Kann den Weißtoast schon wieder nicht mehr sehen. Nach nur vier Tagen! Ich habe noch nicht herausgefunden, wo man hier vernünftiges Brot bekommt. Überhaupt sind Lebensmittel hier genauso, wenn nicht noch teurer (abgesehen von Kiwis) als in Australien. Und weniger Auswahl. Nicht mal anständiges Müsli haben die hier. Und das ist meine einzige Frühstücksalternative….

Der Bus war pünktlich da, der Fahrer ist auch so ne Art Guide und man kann aussteigen, wann man will. Hop on, hop off nennt sich das. Während man fährt, erzählt der Fahrer einem immer auch was zu den Landschaften, Gegenden durch die man fährt, man kann Wanderungen machen und wird auf die Ausflüge hingewiesen, die man so machen kann. Nebenbei hat man auch noch Reisegesellschaft. Quasi ne Gruppenreise, von der man aber auch mal ne Pause haben kann. Ich hab leider nicht ganz so viele, weil der Bus nur alle zwei bis drei Tage fährt und ich in vier Wochen wieder zurück in Auckland sein muss. Eine Deutsche in meinem Bus hat sogar nur 13 Tage Zeit. Und ich dachte, meine Reise wird stressig.

In Thames musste ich den Bus (in einen Kleineren) wechseln, weil ich die „Coromandel Escape“ dazugebucht hatte. Eine Halbinsel, die leider viel zu bergig und deren Straßen absolut zu kurvig sind! Für die Rückfahrt nach Thames muss ich unbedingt Reisetabletten nehmen. Mir ist natürlich wieder schlecht geworden. Aber zum Äußersten kam´s nicht, obwohl ich einmal dachte, ich müsste den Fahrer bitten, anzuhalten. Werde mir das nächste Mal Einkaufstüten mitnehmen, nur für alle Fälle… Der Toast lag mir die ganze Zeit seit dem Morgen schwer im Magen. Also auch kein Frühstück das nächste Mal.

Wenigstens wurde ich dann ein wenig durch die beeindruckende Landschaft entschädigt! Grüne Hügel, Massen an Schafen und blaues, absolut stilles Meer. Seit der Ostsee habe ich kein Meer ohne Wellen mehr gesehen. (Gut, ist auch ne geschützte größere Bucht. Ansonsten ist die Küste glaube ich ziemlich stürmisch) Wetter war die letzten Tage auch überwiegend schön. Meist sonnig. Und in der Sonne echt warm. Zwiebelschichten tragen ist definitiv ne gute Idee. Denn ohne Sonne wird es leider auch ganz schön kalt. Und das Wetter wechselt auch mal von einer Sekunde auf die andere.

Der Bus hat mich netterweise direkt am Hostel abgesetzt und das lag dort wie verlassen. Habe geklingelt und es hat erstmal gedauert, bis jemand kam. Ich wollte nach der anstrengenden, übelkeitserregenden, vierstündigen Fahrt nur noch ins Zimmer und mich erholen. Als die Hostelbesitzerin kam, habe ich erstmal ne gründliche Einweisung in die Regeln bekommen. Sogar wo, im Falle eines Feuers, wir uns versammeln sollen. Die Heizung hat sie übrigens wegen ein paar dummen Backpackern entfernt, die ihre Kleider drauf getrocknet haben. Achja, und kein Alkohol in den Zimmern, weil sie Angst um ihre Teppiche hat 🙂

Ansonsten war sie aber sehr nett und hat mir den wertvollen Tipp gegeben, dass hier noch zwei andere Mädels eingecheckt haben, die morgen zur Cathedral Cove und zum Hot Water Beach wollen. Ich sollte die mal fragen, ob sie mich mitnehmen. Sie wären aber jetzt Mittagessen gefahren. Haben nämlich ein Auto die Beiden 🙂 Hostel war noch niemand da und ich habe mich erstmal aufs Ohr gelegt. Dann gegen Abend dachte ich mir, ich sollte doch mal einen Blick in die „Stadt“ werfen. Diese ist ein wenig größer als Rainbow Beach und Geschäfte waren alle zu. Feiertag: Queens Birthday! Der Strand war allerdings interessant. Habe noch nie so viele große Muscheln auf einen Haufen gesehen. Auch Austernmuscheln. Wie gerne würde ich welche sammeln und nach Hause mitnehmen! Leider unmöglich da ich, a) sowieso zu viel Gepäck habe und b) nicht ins Gefängnis möchte. Man weiß ja nie, welche von den Muscheln doch unter Naturschutz ist.

Dann bin ich wieder zurück ins Hostel, habe mir was zum Essen gemacht und auf die Mädels gewartet, die ich ja kennen lernen wollte. Mich also imGemeinschaftsraum aufgehalten. Hat übrigens super geklappt. Beide total offen und freundlich. Haben mir Wein angeboten und mich gefragt, was ich den nächsten Tag mache. Wollten auch zur Cove und Beach und haben mir gleich angeboten, mich mitzunehmen. Besser hätte das gar nicht laufen können!

Der nächste Tag war auch super schön. In Gesellschaft ist sowieso alles besser und die beiden sind auch schon älter und halt auch sehr nett. Leider ist mir hinten im Auto fast wieder schlecht geworden (manchmal werde ich auch nicht schlauer…), aber hab´s durchgehalten. Als erstes sind wir zur Cathedral Cove gefahren. Das ist ein riesiger Felsen am Strand, der ein Loch in der Mitte hat. Sehr beeindruckend, auch wenn ich mir den von Fotos her größer vorgestellt hatte. Leider mussten wir dann auch etwas länger dorthin laufen. Wie schon mal erwähnt, ist halt nicht direkt am Parkplatz gewesen. Aber hat sich definitiv gelohnt und habe mal wieder was für meine schwindende Fitness getan.

Danach sind wir gleich weiter zum Hot Water Beach gefahren und für mich war es definitiv ein Highlight (und ein guter Grund hier zu wohnen): Man geht bei Ebbe an den Strand, gräbt sich ein Loch und dieses füllt sich dann mit heißem Wasser! Unglaublich, aber direkt unter dem Sand ist so viel geothermische Aktivität, dass es ausreicht um sich fast zu verbrennen. Ein wenig beunruhigend allerdings auch. Das Wetter war leider nicht ganz so toll. Bedeckt und frisch, und pünktlich zur Ankunft hatte es angefangen zu regnen. Eine Frau hat uns dann gesagt, wir sollten unbedingt dort hingehen, und Löcher wären auch schon gegraben. Also sind wir dann dorthin und haben uns bei dem kühlen Wetter tatsächlich in unsere Bikinis geschmissen.
Das Wasser in den Kuhlen war tatsächlich sehr warm und in einer anderen sogar super heiß!! Es war so gut, dass ich mit meiner einen Mitstreiterin gleich danach noch ins Meer gegangen sind. War kalt, aber fast wie nach dem Saunagang. Das vermisse ich übrigens sehr an Australien. Noch einmal ins heiße Wasser und zum Schluss ein zweites Mal Ozean. Herrlich!!
Nicht ganz so toll war, dass ich den zweiten Socken irgendwo verloren habe… Wie gut, dass die Waschmaschine schon mal einen gefressen hatte, so dass ich noch einen Ersatzsocken hatte. Leider nicht in schwarz, sondern in lila. Aber wen kümmert das schon. Trage sowieso immer meine Wanderschuhe.

Nächster Stopp war an einer kleinen Winery, in der man was essen und anschließend einer Weinprobe beiwohnen konnte. Der Wirt war ein Kiwi, der anscheinend ein Original war. Der Akzent war teilweise schwierig für mich zu verstehen, weil er zu Teil sehr schnell geredet hat. Aber es war urgemütlich, die Pizza lecker und die Weinprobe super lustig. Er hat eine Anekdote nach dem anderen erzählt. Habe übrigens an dem urigen, kleinen Haus das erste Mal Kiwibäume gesehen. Alles in allem ein sehr schöner Tag. Von mir aus kann das gerne so weiter gehen.

Morgen geht es dann schon wieder weiter. Nächster Stopp Rotorua und danach vier Tage Taupo. Endlich ausschlafen!

Endlich in Neuseeland!

Erster Stop: Auckland

Auf geht’s nach Neuseeland! Endlich, nach eineinhalb Wochen Durcharbeiten, was sehr gut für meine Reisekasse war, ging es dann endlich los. Mein Gepäck habe ich mal wieder aussortiert, mit wenig Erfolg übrigens, und auf genau 23kg für den Koffer gedrückt. Mein Handgepäck ist immer noch zu schwer. Eigentlich darf ich nur 7kg mitnehmen und den Laptop, der anscheinend nicht zählt.

Zum Flughafen habe ich dann, auch aus Gewichtsgründen, den Shuttlebus genommen. Ist einfach viel bequemer als noch 10-15min zum Zug laufen. Beim Einchecken ist dann tatsächlich das erste Mal mein Handgepäck gewogen worden! Bin jetzt ja schon oft geflogen, aber das ist mir noch nie passiert. Zumal mein Koffer genau 23,0kg hatte… Aber das allerbeste war, dass ich das überschüssige Gepäck (ja, hatte 8,7kg in meinem Rucksack ohne Laptop) trotzdem mitnehmen durfte! Ich sollte einfach so viel rauspacken, dass ich auf 7kg komme und den Rest in eine Tüte packen. (Danke Mama für die bunte Rossmanntüte mit Reißverschluss, die du mir noch mitgegeben hast. Meine spinnensichere Lieblingstasche  )

Das soll mal einer verstehen… Ich bin ja froh, dass ich nichts zurücklassen musste. Hab ja schon, ich glaube, mittlerweile vier Pakete mit Zeug nach Hause geschickt. Mein Lonely Planet wiegt mit am meisten, aber für die Westküste brauche ich ihn ja noch. Natürlich habe ich nach den Sicherheitskontrollen alles wieder in den Rucksack gepackt. Meinen „handluggage approved“ Zettel hatte ich ja jetzt. Aber international fliegen ist ja so was von unentspannt. Die Inlandsflüge sind da echt besser. Die wollen dort nicht mal nen Reisepass sehen. Der Flug an sich war ereignislos. Da er aber so günstig war, keine Mahlzeit und Filme musste man auch extra bezahlen. Wenigstens gab´s Fernsehdokus umsonst. Und zwei Äpfel hatte ich auch dabei.

In Auckland ist alles ganz schnell gegangen. Der Flughafen ist ja total niedlich und es war kaum was los. Ist ja auch quasi Winter hier, obwohl Temperaturen um 15-17°C noch erträglich sind. Bisschen frischer als Sydney hier. Wieder Fragen nach mitgebrachten Pflanzen, Essen und dreckigen Campingausrüstungen beantwortet, Gepäck gescannt, nix gefunden und schon war ich in Neuseeland! Meinen Shuttlebus nach Auckland habe ich ohne Probleme gefunden. Dafür bin ich gleich nach der Ankunft schön am Hostel vorbei gelaufen. Sollte doch direkt um die Ecke liegen! War´s auch, nur auch der anderen Straßenseite… Und das mit dem ganzen Gepäck, stöhn… Und das Hostel hatte natürlich… keinen Aufzug!

Hostel war klein, aber gemütlich. Und definitiv sauberer als mein Altes! Frei Wlan und Frühstück auch nicht zu verachten. Aus Platzgründen habe ich ein Twin bekommen (Zweibettzimmer mit getrennten Betten) und dieses die erste Nacht mit nem netten Deutschen geteilt. Die gibt es hier übrigens auch wieder wie Sand am Meer, nur noch mehr als in Australien.
Nächsten Tag ins geplante Vierbettzimmer umgezogen. Mit besagtem Deutschen und leider einer furchtbaren Quasselstrippe von Kiwi (so heißen hier die Neuseeländer, bzw. sie nennen sich selbst so. Mir konnte aber keiner beantworten was zuerst da war: Der Vogel, die Frucht oder das Völkchen. Das Völkchen ist übrigens besessen vom Vogel, und Kiwifrüchte sind hier spottbillig! Sogar die Goldkiwi).

Auckland an sich ist allerdings nicht so meine Stadt. Ist nicht besonders hübsch oder interessant, abgesehen davon, dass es in Neuseeland liegt. (Mir fällt auf Anhieb nichts ein, was man unbedingt gesehen haben müsste…) Und was noch viel schlimmer ist, und mich definitiv davon abhalten würde jemals hier zu leben (Bernhard wahrscheinlich auch): Auckland hat Berge! Liegt leider an den vielen (erloschenen) Vulkanen hier in der Gegend. Später habe ich erfahren, dass es um die 69 in der Gegend sind. Macht sehr viel Spaß, diese mit ner schweren Einkaufstüte hochzuhecheln. Hätte 50 Cent für den Bus ausgeben sollen…

Leider, wie in den meisten Städten, ist alles, was Spaß macht, nur gegen Bares zu haben. Zum Beispiel Hafenrundfahrten zu Vulkaninseln, Tagesausflüge zu tollen Stränden und tolles Essen. Ansonsten habe ich in mehreren Reiseführern und Prospekten versucht, was Interessantes zu finden. Kostenlos natürlich… Vergeblich! Das beste an Auckland ist der tolle Take-away-Inder, der ein günstiges und geniales „Butterchicken“ hatte. Der Hafen ist auch ganz nett, aber weder beeindruckend noch besonders hübsch.

Also das getan, was man als armer Backpacker so macht, und den ganzen Tag durch die Gegend gewandert. Vulkane hoch und runter… Kann ich mich auch gleich dran gewöhnen, da es hier einige Wanderwege gibt und wie in Australien Naturwunder meist nicht direkt am Parkplatz liegen, sondern man über Stock und Stein ein wenig laufen muss. Hab ich ja so gewollt. Ich bin jedenfalls froh, wenn ich aus der Stadt raus bin und endlich die viel gerühmte neuseeländische Natur sehe. Vier Tage Auckland sind auch genug. Aber zum Erholen auch nicht so verkehrt, weil ich noch bis zum Tag vor der Abreise gearbeitet hatte.

Die Kiwis sind allerdings unbeschreiblich nett und freundlich. Dachte das ja schon von den Australiern im Vergleich zu so einigen Deutschen, aber Kiwis sind noch besser. Im Reiseführer steht, sie haben den „will to please“ (wie über Shetland Sheepdogs in deren Rassebeschreibung ). Also sie wollen einem alles Recht machen und sicher stellen, dass du hier ne tolle Zeit hast. Und das ist ja nicht unbedingt was schlechtes!

Den ersten Abend, als ich angekommen bin, hatte ich keine Lust mehr noch etwas einzukaufen und habe mich in das Cafe unterm Hostel gesetzt. Dort habe ich neben einer echt guten Kürbissuppe mit Brot auch kostenlos Tipps für Auckland bekommen. Die Kellnerin kam von selbst mit noch mehr Tipps an. Echt nett! Und als ich mit meinem Gepäck an meinem „pick up point“ für den Bus stand, wurde ich gefragt, ob man mich irgendwohin mitnehmen könne.

Soviel also zu Auckland und meinen ersten Eindrücken. Ich werte das mal noch nicht, denn von Neuseeland habe ich ja noch nicht wirklich was gesehen. Im Hostel habe ich dann noch das Angebot gesehen, für längere Zeit Gepäck zu lagern. Also habe ich 9kg ausgelagert und bin mit dem Gepäck definitiv glücklicher. Mein Zeitplan ist leider doch enger, als ich gedacht habe und ich habe einige Male nur einen Tag in einem Ort und vom Hostel zum Bus ist es manchmal doch ein wenig zu laufen. Ich hoffe nur, dass noch alles da ist, wenn ich wieder zurück bin… Nochmals bin ich froh um die spinnensichere Rossmanntasche. Die lässt sich wenigstens zumachen, wenn auch leider nicht abschließen.

Für meine Rundreise habe ich mit den „Magic Bus“ ausgesucht. War günstig und ist nicht von saufenden Backpackern überlaufen, laut der Internetmeinung in meinem Lieblingsforum. Leider war deren Büro echt schwer zu finden. Bin sicher 3-4 Mal vorbei gelaufen. Durch die Baustelle gabs keine Hausnummer zu sehen und auch den Hauseingang nicht. Zuletzt hat aber alles geklappt und nun kann es endlich losgehen!