Monatliches Archiv:Juni 2012

Und ab auf die Südinsel!

Wieder hieß es früh aufstehen. So wie die ganzen nächsten Tage auch. Abgesehen von zwei Tagen in Queenstown ist jeden Tag volles Programm. Komme nicht mehr dazu, mich zu langweilen.

Wellington ist auch morgens kalt und windig. Ein Glück gab es einen Shuttleservice zum Fährterminal. Ansonsten ist dieses nicht zu erreichen, außer man möchte 45 min zu Fuß gehen. Dafür habe ich immer noch definitiv zu viel Gepäck. Ich verstehe immer noch nicht wie andere das machen. Die scheinen alle weniger als ich zu haben.

Im Fährterminal ist es, wie nicht anders zu erwarten, furchtbar kalt. Das Schiff ist definitiv ein Schiff. Größer als ich erwartet habe. Man hat uns vorgewarnt, dass es ziemlich ungemütlich werden könnte. Also Reisetabletten geschluckt, die Guten von Christiane 🙂

Wieder Erwarten ist die ganze Überfahrt halb so schlimm. Die letzte Stunde war absolut ruhig und fast eine kleine Kreuzfahrt. Das letzte Stück nach Picton ist durch die Marlborough Sounds und wir haben sogar Delphine gesehen! Insgesamt dauerte die Überfahrt dreieinhalb Stunden. Haben eine Stunde gewartet, bis wir endlich abgelegt sind und dadurch waren wir eine halbe Stunden zu spät. Mein MagicBus soll mich ja am Fährterminal abholen. Hatte jetzt nur noch eine Viertelstunde um mein Gepäck zu holen und den Bus zu finden.

Da hier in Neuseeland ja alles sehr klein ist, hatte ich keine Probleme mein Gepäck und Bus zu finden. Und im Bus saß dann eine nette Überraschung: Phil, der schon auf der Nordinsel mitgereist ist, war auch wieder da. Wenigstens einer, den ich schon kannte. Er ist gestern gekommen und hat gesagt, es waren meterhohe Wellen und das halbe Schiff hat gekotzt. Habe ein Video gesehen, welches das Schiff zeigt. Es wird überspült mit Wasser! (siehe Phils Blog. Auf der MagicBus Facebook Page) Habe später herausgefunden, dass er auch ein Jahr Auszeit macht und in England bei der BBC arbeitet. Fürs Lokalfernsehen als Reporter. Also richtig im Fernsehen und so. Er hat auch einen Blog und versucht Magic Bus zu helfen, mehr Kunden für die Winterzeit zu bekommen. Dadurch kann er ziemlich viele Sachen umsonst machen. Hört sich im ersten Moment unfair an, aber er arbeitet ja quasi auch dafür. Sonst hat er auch nicht mehr viel Geld von seiner Weltreise übrig. Er ist jedenfalls super nett, und der Rest der Gruppe im Bus auch. Der Fahrer ist sehr neu, aber am nächsten Tag soll dann ein neuer kommen, der auch viel über das Land weiß. Ist immer komisch, sich an einen neuen Fahrer zu gewöhnen. Da ich wegen meinem Übelkeitsproblem versuche vorne zu sitzen, kann ich mich immer gut mit denen unterhalten. Ich hoffe, ich bekomme auf der Nordinsel nach Auckland zurück wieder den lustigen Guide.

Auf der Fahrt nach Nelson haben wir noch ein kleines Winetasting gemacht (gibt hier viel mehr Weingüter als ich dachte) Die Fahrt und Landschaft an sich war relativ unspektakulär bis wir an die Küste kamen. Schönes Wetter hatten wir und in Nelson war das Meer absolut windstill und spiegelglatt! Wie auf einer Postkarte. Leider gab es keinen Weg am Hafen längst. Bin dann so durch die Stadt gelaufen und habe mir was zum Essen geholt.

Die ganze Stadt ist klein und gemütlich. Der kleine Fluss ist glasklar. Überhaupt alles Wasser. Und das Wasser hat hier ein spektakuläres Blau. Sogar wenn die Sonne nicht mehr scheint. Meine Hostel ist endlich mal schön warm und ich bekomme sogar eine leckere Suppe ganz umsonst. Früh aufstehen heißt es morgen und ab zum Franz Josef Gletscher!

Von Taupo nach Wellington

Vier Tage Taupo waren echt mal für die Katz… Manchmal sollte man echt nicht so viel auf die Meinung anderer geben. Da mir Auckland ja nicht gefallen hat, habe ich mich ja auf vier Tage Taupo verlegt, weil man mir gesagt hat, Wellington wäre genauso. Pustekuchen! Wellington ist super schön und ein wenig wie Hamburg. Das sollte ich aber später erfahren…

Zurück zu Taupo… Nachdem ich in Rotorua ja ein schön warmes Hostel hatte, war das hier wieder super kalt. Es gibt auch immer ein paar Idioten, die die Heizung tagsüber wieder abstellen… Wenigstens war überhaupt ne Heizung dort und sogar ein Badezimmer im Zimmer, was damit nicht so ganz furchtbar kalt war, aber immer noch kalt genug… Werde ich mich wohl dran gewöhnen müssen. Das Hostel an sich rechtfertigt die hohe Bewertung im Internet nicht für mich. Betten sind auch so furchtbar weich, dass ich schön Rückenschmerzen bekommen habe. Außerdem sind die Leute auch komisch gewesen. Und Asiainvasion!

Alles in allem habe ich viel gelesen und ausgeschlafen, nette Leute waren nicht im Hostel und es war reine Zeitverschwendung. Wetter wechselhaft und Stadt echt nur mäßig interessant. Sachen, die Spaß machen kosten immer noch Geld, auch wenn die Stadt klein ist. Gibt hier nur leider keinen Starbucks! Aber Geld habe ich gespart. Wie auch immer, ich war froh, als es dann weiter nach Tongariro National Park ging. Die Heimat von „Mt. Doom“, dem Schicksalsberg aus Herr der Ringe.

Bis wir dort angekommen sind, war es später Nachmittag und vorher sind wir zu den Waitomo Glowworm Caves gefahren. In einem Höhlensystem wohnen Millionen von Glühwürmchen und in einer geführten Tour (mit nur dem Guide, einem Mitreisenden und mir. Ich mag in der Nebensaison reisen!) haben wir diese dann bestaunen können.

Nach einem insgesamt dreistündigen Aufenthalt ging es weiter zum National Park. Das Reisen an sich ist ja schon faszinierend genug, was die Landschaft und auch das Wetter angeht. An einem Tag und einem Himmel hat man Regen, Wolken und Sonne. Wetterbericht ist quasi sinnlos, weil besagte Kombination andauernd wechselt.

Die Vulkane haben sich leider in Wolken gehüllt. Aber wir sind noch zu einem schönen Wasserfall gefahren. Der Wasserfall, an dem Gollum den Ring sucht. (für die „Herr der Ringe“-Interessierten unter uns) Sehr malerisch!
Ansonsten war an dem Abend nicht mehr viel anzustellen außer mit meinen Mitreisenden zu quatschen. Und zwar bis spät abends. Wie gerne hätte ich dazu eine Flasche Wein gehabt! Wenn man mir denn eine verkauft hätte!! In manchen Dingen haben die Kiwis doch echt nen Rad ab: Nicht nur, dass sie meine „ID“ sehen wollten. Es reichte dann auch kein Führerschein oder Personalausweis. Nein, es soll schon der Reisepass sein! Erstens sehe ich sicher nicht mehr so jung aus und zweitens schleppe ich doch so ein wichtiges Dokument nicht in meiner Handtasche herum. In Australien ist das ganze nie nen Problem gewesen. Also habe ich das erste Mal seit mindestens 10 Jahren keinen Alkohol bekommen. *kopfschüttel*

Am nächsten Morgen war dann wunderbares, klares Wetter und ich konnte die Vulkane doch noch sehen! Auch den berühmten Schicksalsberg.

Mt. Doom, oder eigentlich Mt. Ngauruhoe

An diesem Morgen war ich tatsächlich der einzige Passagier auf dem Weg nach Wellington. Das wäre das erste Mal laut der Busfahrerin. Aber war trotzdem gut, weil ich den ganzen Tag meinen persönlichen Guide hatte. Das Wetter war den ganzen Tag wunderschön. Viel davon sind wir aber auch gefahren. Witzig war die kleine Stadt Bulls, in der es nichts besonderes gibt abgesehen von einigen witzigen Schildern:

Ich mag diesen Humor hier. In einer Stadt gibt es zum Beispiel einen Zaun voll mit Schuhen, ich habe einen mit FlipFlops gesehen und es soll einen mit BH´s geben. In einer anderen Stadt sind alle Schilder aus Altmetall gemacht und sehr künstlerisch gestaltet.

Ansonsten gab es auf dem Weg vor allem die wundervolle Landschaft zu bestaunen. Mussten doch relativ lange fahren.
Wellington hat mir dann doch sehr gut gefallen und ich habe mich echt geärgert, dass ich vier Tage in Taupo verschwendet habe. Wellington hat einige schöne, alte Gebäude. Also nicht solche billigen Hütten und supermoderne Wolkenkratzer. Eine schöne Innenstadt mit vielen interessanten Läden. Nachdem ich zuerst im Museum Te Papa war, blieb mir leider nicht so viel Zeit um ausführlich zu stöbern. Trotzdem sehr schön durch die Straßen zu gehen. Erinnert mich ein wenig an Hamburg.
Morgen heißt es jedoch mal wieder früh aufzustehen, um dann die Cook Strait zu überqueren und endlich auf die Südinsel zu gehen. Das Wetter war ziemlich windig, könnte also ungemütlich werden…