Monatliches Archiv:März 2012

Von ganz, ganz viel Wasser…

Der Zyklon!!! Schwebte die ganze Zeit über uns… Nachdem wir erfolgreich Dephine gefüttert hatten, sind wir den nächsten Tag aufgebrochen um nach Agnes Water zu fahren. 362km Richtung Norden um uns Lady Musgrave Island anzuschauen, der Anfang des Great Barrier Reefs. Den Ausflug haben wir schon in Rainbow gebucht. Blieb nur zu hoffen, das wir den Trip auch machen können. Haben was von Zyklon und viel Regen gehört, allerdings schon auf der ganzen Reise immer wieder. Also nicht sonderlich ernst genommen.

Rieke, bei der wir die Tage umsonst wohnen konnten (nochmal gaaanz lieben Dank falls du das liest!) hat uns dann noch gewarnt, das wir beizeiten aus Rainbow raus sollten, weil Überschwemmungen und Regen angesagt waren. Und es hat auch den ganzen Weg nach Agnes Water wie aus Kübeln gegossen. Die Strassen sind auch nicht immer die besten. Aquaplaning die Regel weil die Strassen ziemlich ausgefahren sind. Konnten froh sein, es nach Agnes geschafft zu haben. Nach ungefähr 5-6std sind wir dann angekommen und das Hostel war leider nicht besonders toll. Die Backpackerküche aussen, halbüberschwemmt und viel zu klein. Keine Regale für unser Essen und die andere Küche war nur für Personal. Dreckig wars auch…

Aber das Wetter für den nächsten Tag war besser und wir sind dann tatsächlich zu unserem Trip aufgebrochen. Die erste Tour seit 3 oder 4 Tagen übrigens. Vorher war das Wetter zu schlecht. Konnten uns also glücklich schätzen. Der Weg dorthin war allerdings alles andere als komfortabel. Sehr hohe Wellen mit Übelkeitsfaktor. Ich kam ein Glück mit Christianes super Reisetabletten über die Runden, für sie haben die leider nicht ganz gereicht.
In der wunderschönen Lagune um das Riff war es allerdings wieder ruhig und wir sind mit einem Rundgang über die unbewohnte Insel gestartet. Wahnsinnig viele Vögel dort und der Sand aus Korallen und Muscheln. Ist allerdings verboten etwas davon mitzunehmen.
Danach zurück zum Schiff und Christiane hat sich auf ihren Tauchgang vorbereitet. Im Wasser hat man schon viele bunte, große und kleine Fische gesehen. Wunderschön!! Glasklares Wasser. Nach unserem Mittagsbüffet mit ganz vielen Garnelen (Ich liebe Prawns 🙂 ist sie dann los und es war sehr beeindruckend. Ich habe mich mit schnorcheln begnügt.

Nach dem Essen hieß es dann, das die Straßen weggeschwemmt wären und kein Weg aus Agnes Water mehr heraus führt! Die japanische Reisegruppe wurde dann gebeten, sich auf ner Liste für Unterkünfte einzutragen und wir waren erstmal fassungslos. Wir wollten am nächsten Tag zurück nach Brisbane, den Mietwagen abgeben und dann Sonntag nach Alice Springs fliegen um 3 Tage den Ayers Rock unsicher machen…
Zurück von der Tour haben wir uns erstmal in der Visitor Info schlau gemacht und dort wurde uns mitgeteilt, dass vor Montag definitiv nix ginge und wieder Regen angesagt war. Wobei es wenigstens an diesem Tag nicht geregnet hatte.

Also haben wir erstmal eine Nacht drüber geschlafen und nächsten Tag wieder Visitor Info, Polizeistation und Internet gefragt. Immer noch alles gesperrt…Nun ist das ja alles nicht so einfach… Flüge umbuchen (entscheiden, ob umbuchen, 45min bei Qantas in der Warteschleife hängen ohne jemanden ran zu kriegen, Umbuchungsgebühren und Aufschlag für die neuen Flüge), Hostels umbuchen und Rocktour umbuchen (mussten die dann den nächsten Tag aber ganz absagen, weil zwei Flüge umbuchen zu teuer war. 25% verloren…) und auch noch den Mietwagen um zwei Tage verlängern. Bin ich froh, das mein Englisch schon so gut ist und ich immer mit meiner Agency telefonieren musste. Meine zwei Urlaube hier vorher habe ich nicht so viel telefonieren müssen 🙂

Weil es gar nicht klar war, ob und wann wir nach Brisbane fahren können, haben wir uns schweren Herzens dazu entschlossen, den ersten Flug zwei Tage zu verschieben und die Tour abzusagen… Wenn wir in der Mitte des Roadtrips eingeschlossen gewesen wären, wäre alles halb so schlimm gewesen. Dann kann man noch was umschieben, aber Christiane fliegt ja schon bald und wir müssen dann in Melbourne sein. (Direkt von Brisbane nach Melbourne ging auch nicht, weil die Tickets Namen gebunden sind. Einen Gutschein hätte ich alleine nicht nutzen können.) Wir haben jedenfalls nach den gebuchten zwei Nächten das Hostel gewechselt und ein super schönes, neues gehabt.

Den nächsten Tag sah das Wetter viel besser aus. Sonnenschein, als wenn nix gewesen wäre und die Hoffnung, dass die starke australische Sonne alles wegtrocknet. Im Hostel hat sie uns erst keine Hoffnung gemacht, es hätte morgens jemand mit 4WD versucht und wäre nicht durchgekommen. In der Visitorinfo haben sie uns allerdings gesagt, dass wir ab mittag Richtung Norden wohl rauskönnten! Der Flusspegelstand hängt wohl auch von den Gezeiten ab und ab 15h wäre Niedrigwasser. (Die sind dort übrigens voll nett gewesen, wir waren ziemlich oft dort und immer freundlich. Den Tag vorher hatten die sogar Kaffee und Kuchen für alle Gestrandeten.)

Das haben wir uns dann nicht zweimal sagen lassen. Ausgecheckt und losgefahren! Und kamen genau rechtzeitig an. Ein Mann hat gerade das Schild weggenommen, das die Straße gesperrt hat. Erst haben wir gedacht, dass vielleicht alles übertrieben war, aber dann kamen wir an eine Stelle, wo das Wasser bis an den Straßenrand ging und alles neben der Straße immer noch voll Wasser war… Sehr beeindruckend und etwas beängstigend…

Die Fahrt war dann anstrengend, aber ohne weitere Probleme. 6std bis nach Brisbane. Haben Hostel dann gefunden und waren erstmal platt. Am nächsten Morgen haben wir dann den Mietwagen abgegeben und waren beide froh, nicht noch einen Schaden gehabt zu haben und den Wagen los zu sein. Mussten nur einen Tag verlängern.

Brisbane war dann noch schönstes Shoppingwetter und auch gestern war wunderbar. Haben nen sehr schönen Beachclub (Southbank Streets Beach falls es jemanden interessiert) ausfindig gemacht und dort nen relaxten Tag in der Sonne verbracht.

Heute sind wir dann ohne Problem nach Alice Springs geflogen. War leider eine längere Reise, weil es von Brisbane nur sonntags Direktflüge gibt, die auch noch viel billiger waren. Den konnten wir ja leider nicht wie geplant antreten.
Nun haben wir morgen noch einen ganzen Tag hier und haben uns spontan dazu entschlossen, wenigstens die 1-Tages-Rocktour zu machen, damit wir nicht umsonst hier sind. Wird zwar ein langer Tag (von 6h-24h) aber ist es uns wert. Wetter hier ist fantastisch (und trocken!) und morgen sind 33° und Sonne angesagt. Danach geht es dann wie geplant nach Melbourne für fünf Tage und ich geh zurück nach Sydney wenn Christiane (leider!) nach Hause fliegt. Dann ist Geld scheffeln für Neuseeland angesagt!!!

Rainbow Beach

Nun sind wir schon 5 Tage hier in Rainbow Beach, und genießen die Zeit mit Melanies Freunden und ehemaligen Arbeitskollegen. Morgen ist dann aber Schluß damit und wir düsen weiter…wollen ja noch viel sehen 😉

Aber auch hier gibt es einiges zu schauen…man glaubt es gar nicht!

Haben Samstag einen Tagesausflug nach Fraser Island gemacht, der größten Sandinsel der Welt!! Ich dachte erst dort müsste es sehr trist sein, aber weit gefehlt! Die Flora und Fauna ist ausgeprägter als sonst wo, glaube ich. Dort waschen Bäume und Büsche in Ausmaßen die ich nie zuvor gesehen hatte,wirklich! Die Insel ist von einem einzigen riesigen Strand umgeben,und innendrinn besteht sie eigentlich nur aus Urwald und vielen kleinen Frischwasserquellen und Süßwasserseen! Gut..eine kleine Bungalowanlage hat man dann doch aus dem Boden gestampft, fällt aber nicht so negativ auf wie wir finden. An der Ostseite liegt seit ca 80 Jahren ein altes Schiffswrack im Sand, dessen Stahl so gut ist…das es zwar verrostet ist, aber nicht auseinanderbricht! Man kann nur noch das oberste Deck dieses 3-stöckigen Schiffes sehen, der Rest ist schon im Sand versunken. Erstaunlich, wenn man bedenkt, daß Autos in 3 Tagen komplett vom Sand verschlungen sind (habe diesbezüglich viele Beweisfotos im hiesigen Pub gesehen)! In einem Frischwasserfluß (Eli Creek) und im Süßwassersee (Lake Mc Kenzie) machten wir auch eine Plansch-Schwimmpause…was sehr erfrischend war. Bekamen auch eine tolle Führung durch einen Teil des Regenwaldes, aber mit am meisten Spaß machte die Fahrt mit den Bus über den Strand (Allradantieb) und durchs Gebüsch über kleine schmale Sand-und Schotterwege! Kamen uns ein bisschen wie in der Achterbahn vor..und ich war froh das ich vorsorglich meine Reisetabletten genommen hatte! 😉

Ansonsten hat Rainbow Beach tolle und weite Strände und am einen Ende des Ortes riesige Sanddünen! Dort sind wir so weit es ging mit dem Auto hoch gefahren (wir wollen es hier nit dem Wandern ja nicht übertreiben) und das letzte Stück zu Fuß gelaufen. Von dort ganz oben hatte man eine phantastische Sicht auf Rainbow auf der einen, und den Strand auf der anderen Seite. Man ist auch gar nicht so doll im Sand eingesackt wie ich erst befürchtete, im Gegenteil…man konnte super auf den Dünen umherspazieren.

Heute Morgen mußten wir schon sehr früh aufstehen (kurz nach 6 Uhr) um rechtzeitig im 40 km entfernten Tin Ken Bay zu sein. Dort soll jeden Tag gegen 8 Uhr ein Delphin ins Hafenbecken kommen, den man dann füttern darf.  Pünktlich wie wir deutschen nun mal sind, waren wir schon um 7.30 Uhr da…mit etlichen anderen Schaulustigen. Aber der Herr Delphin ließ etwas auf sich warten. Gegen kurz vor neun wollten wir eigentlich schon entnervt nach Hause fahren, als er endlich und gaaaanz gemütlich angecshwommen kam! Sah ziemlich ramponiert aus…hatte nur noch eine halbe Rückenflosse und etliche alte Narben auf dem Rücken die wohl von Haien stammen, wie uns der Hafenwärter erklärte. Dann durfen wir alle nacheinander ins flache Becken zu ihm runter steigen und er fraß Fisch aus unseren Händen….das war ein total schönes Erlebnis… einem ,,wilden´´ Tier so nah zu sein!