Tägliches Archiv:15. November 2011

Jobhunting in Australien

Die vierte Woche in Rainbow Beach ist angebrochen (unglaublich, dass ich mal so lange hier bleiben würde) und ich brauche echt einen Job. Obwohl ich hier ja günstig wohnen kann ($100/Woche), kosten dafür Lebensmittel unglaublich viel Geld und die Gemüse/Obstqualität ist teilweise miserabel! (Vielleicht ein Grund, warum ich noch nicht zugenommen habe 🙂 Kein Geld um Essen zu kaufen und man kann hier auch einfach nicht alles kaufen, weil das Gemüse/Obst so alt/teuer ist. Im Cafe essen ist auch zu teuer.) Mir kommt es vor, als wenn mir das Geld nur so davon fließt.
Außerdem war die letzte Woche ein wenig langweilig. Alles, was hier Spaß macht kostet auch Geld. Also bleiben nicht so viele Beschäftigungsmöglichkeiten. Also ist Jobhunting angesagt!
Corinna hatte mir ja ein paar Tage vorher im Shak Cafe ein Vorstellungsgespräch besorgt mit evtl. Probearbeiten. So dachten wir jedenfalls beide. Nun war ich aufgeregt und bin letzte Woche dahin gegangen. Aber die wollte nur meine Nummer haben! Sie ruft mich evtl. nächste Woche an und da sind für diese Woche schon drei andere zum Probearbeiten. Warum bin ich nur nicht früher dahin gegangen? Hatte mir das Ganze einfacher vorgestellt. Noch so lange auf nen Job warten und evtl. angerufen zu werden war nicht so meine Vorstellung.
Am nächsten Tag hab ich dann, genau wie Corinna damals, angefangen in allen möglichen Shops und Cafes nach Jobs zu fragen. Hab im Hostel gefragt, in dem Skydive Center (die brauchten leider keinen mehr) und auch im Sportsclub. Corinna hat noch in nem kleinen Motel nachgefragt, wo sie selbst mal geputzt hat, und der Manager brauchte tatsächlich Hilfe! Ich dachte erst, ich soll da erstmal zum Interview hin, aber Corinna sagte, ich kann am nächsten Tag gleich dort anfangen 🙂 Juhu! Der erste Job!
Mittags hatte ich dann aber keine Lust mehr herum zu gehen und bin zum Strand. Abends wollte ich für meinen Vermieter und Corinna kochen. Als ich grade zum Supermarkt wollte, klingelte mein Handy und ich bin leider zu spät dran gewesen. Ein Glück hat der Manager vom Sportsclub mir auf die Mailbox gesprochen. Es ginge um den Job im Sportsclub. Bin natürlich gleich hingegangen und er wollte dann, dass ich gleich den Abend arbeite! Er würde mir eine Chance geben. Als ich drei Stunden vorher da war, hat er mich ziemlich skeptisch angeguckt. Ob ich Erfahrung hätte (Ja ja, fünf Monate nach der Schule 😉 und was ich sonst so machen würde (Krankenschwester). Habe nicht so schnell mit einem Anruf gerechnet. Natürlich habe ich das Abendessen abgesagt und schnell meine uralte, schwarze Partyhose herausgekramt und ein schwarzes T-Shirt. Gut, dass ich noch meine Ballerinas mitgenommen habe. Sonst hätte ich ein Schuhproblem bekommen.
Ich war schon ein bisschen aufgeregt, wobei Corinna gesagt hat, es wäre nicht schwer. War mir nicht sicher, wie mein Englisch ausreicht und was den Smalltalk mit Gästen angeht. Ich habe ja noch nie gekellnert. Als ich dann ankam, war aber alles ruhig und die Kollegen nett. Bin dann mit einer mitgelaufen und sie meinte, es würde richtig voll werden heute. Und das an meinem ersten Tag!
Am Ende war alles halb so schlimm. Ich hab einfach gemacht, was sie mir gezeigt hat und geguckt, wo was zu tun ist. Gefragt, ob ich helfen kann und wenn ich was nicht wusste. Ist ja eigentlich nicht das erste Mal, dass ich zur Probe arbeite. Habe Besteck in Tüten gepackt, Gläser eingesammelt und geholfen, das Essen raus zu bringen. Mein Englisch reicht völlig aus und ich hab sogar ein bisschen Smalltalk mit den Gästen hinbekommen. Fühlte sich eigentlich ein bisschen wie auf der Arbeit an. Und es hat echt Spaß gemacht! Man kann das Ganze gar nicht mit der Intensivstation vergleichen. Finde es im Moment echt angenehm, keine große Verantwortung zu haben. Arbeite ja nur, um irgendwann weiter zu reisen. Es war echt viel zu tun, aber vom Gefühl lange nicht so stressig. (Es geht halt nicht um Leben oder Tod) Das Schlimmste, was passieren kann, ist, dass ein Gast unzufrieden ist. Aber wenn man viel lächelt und freundlich ist, ist auch das halb so schlimm. Kenn ich ja auch aus dem Krankenhaus. So eine Ausbildung zur Krankenschwester bringt einem schon ganz schön viel bei. Es lief jedenfalls super und eine von der Bar meinte, Ricky (der Chef) wäre beeindruckt von mir. Ich durfte dann am nächsten Tag gleich wieder kommen 🙂 Man, war ich happy! Gleich zwei Jobs. Damit dürfte ich über die Runden kommen.
Der Putzjob ist im Moment eher ein Betten-bezieh-Job. Xavier war, glaub ich, echt glücklich, dass ich da war. Er ist super nett und wäre sonst mit seiner Putzfrau ganz alleine gewesen. Ich habe dann drei Stunden lang Betten bezogen. Ein Block ist komplett gegangen und es waren etwa 15 Betten. Auch hier ist die Ausbildung echt wieder was wert. Habe schon so viele Betten gemacht! Es liegt ja auch keiner drin. Und ich kenne ja noch die Laken ohne Gummizug. Die Ecken vom Laken (die Bettdecke hier wegen der Wärme) werden auf genau diese Weise gefaltet. Nennt sich sogar, glaube ich, „nurses edge“ oder so. Er brauchte mich auch den nächsten Tag und wahrscheinlich dann wieder am Wochenende. Schön mal $90 verdient 🙂
Abends dann zweiter Tag im Sportsclub und war alles super. Der Chef hat mich dann noch angesprochen und mir gesagt, dass ich es gut mache. Gestern hab ich dann meinen ersten australischen Arbeitsvertrag unterschrieben. Bin also fest dabei! Wäre zwar nichts für ewig, ich würde mich wohl bald anfangen zu langweilen, aber im Moment macht es super Spaß und ich gehöre wieder zur arbeitenden Bevölkerung. Es ist super, um mein Englisch zu verbessern und nach Neujahr kann ich dann nach Sydney. Dort will ich dann als Assistant in Nurse was finden. Allerdings muss ich zugeben, dass beide Jobs körperlich anstrengend sind. Wer dass immer macht, den kann ich nur bewundern. Es ist ja auch ganz schön warm hier. Bin ja auch seit ca. sechs Wochen nicht mehr arbeiten gewesen und meine Füße haben ganz schön gebrannt.
Bin froh, dass ich doch so schnell was gefunden habe. Wenigstens sind meine Geldsorgen erstmal weg. Heute habe ich dann auch erstmal die Gelegenheit zum Einkaufen genutzt, weil Mal nach Coloola gefahren ist und ich mitkommen konnte. Jetzt habe ich erstmal Essen für drei Wochen. Gut, dass ich erstmal hier bleiben kann. Würde das alles nie im Hostel unterkriegen, nicht dran zu denken, es mit auf Reisen zu nehmen.
Für drei Tage bin ich jetzt in den Keller gezogen, weil Mal, mein Vermieter, Besuch von Freunden hat und ich das Zimmer räumen musste. Habe jetzt für drei Tage ne eigene Wohnung! Ganz ungewohnt, mal wieder völlig für mich zu sein.. Danach hab ich mein altes Zimmer wieder Ich hab im Moment sogar ein Fahrrad. Also geht’s mir im Moment sehr gut hier. Die Sonne scheint und ich bin schön braun geworden.